Feste den Gebrauch eines Pavillons im herzoglichen Gar-ten zu versprechen. Sein gnädigster Herr kam ihm alsohöchst ungelegen. Er sah sich dadurch in die Verlegenheitgesetzt, seinen Freund mit den tanzenden Grazien (die erjeden Augenblick erwartete) abwcisen zu müssen. Dockdiese Sorge ward bald gehoben.. Der Herzog befahl eingewisses Zimmer zu offne». „Aber das sag' ich dir, Al-ter!" — rannte er dem Kastellan ins Ohr — „plauderenicht davon, daß ich hier bin! Es svll's ans besonderenUrsachen Niemand wissen. — Geh deines Weges undschweig! Ich brauche dich nicht weiter. Louis hat alles,was ich bedarf, im Wagen mitgcbracht und wird michbedienen." — Gut, gut! dachte Nivcl. Der Herzog willunbemerkt ftp»; er wird also keinen Fuß ans dem Zimmcr setzen und wir sind im Garten vor ihm sicher. Nunmag der Freund mit seinen Mädchen kommen; es schadetnichts. —
Während der Zeit saß der Kapital» im Kaffeehanse wieauf Kohlen, und lauerte vergebens ans den herzoglichenSccrctair. Er trank, um seine heiße Ungeduld abznknhlcn,einen Becher Limonade nach dem andern — er las dreiMal die Zeitungen von Anfang bis zum Ende — dieGlocke schlug acht, schlug neun, schlug zehn — der böseMann kam nicht. Nun gute Nacht, Abcndschmans! dachteHerr von Norbert und stand auf, um heim zu gehen.
Er schlich murrend die Treppe hinab und verweilte ei-nige Minuten an der großen, hcllbclcuchtetcn Hauöpforte,um hier noch vielleicht den Secretair (der aber vcrmnthlichvon der ganzen Geschichte kein Wort wußte) zu erwarten.Es liefen viele Menschen vorbei und sahen ihn flüchtigan; aber Plötzlich blieb ein Man», wie staunend, vor ihmsichen und starrte ihm ins Gesicht. „Jst's möglich? Nor-