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3 (1847) Die Kleinstädter und der Fremdling. Novellen : mit sechs Stahlstichen
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so langsamer, ungelenker Bedienter wird uns in der Resi-denz wenig Ehre machen.

Norbert. Viel Ehre, wenn man in sein redlichesHerz blicken könnte.

Rosette. Wohl wahr; aber leider sieht man nur seineinfältiges Schafsgesicht, seine krummen Gänsefüße undsein häßliches Zopfbüschel, das ihm hoch oben auf derScheitel wie ein Wetterfähnchen steht.

Norbert. Immerhin! Er selbst ist kein Wetterhahn;seine Treue steht felsenfest. Ein solcher ehrlicher Begleiterist gerade in Paris unentbehrlich, wo ein Fremder hundertAugen haben möchte, um sich vor Gaunern und Beutel-schneidern zu hüten.

Rosette. Nun, so müssen mir wenigstens für eineanständigere Livree sorgen.

Norbert. Wozu? Der alte Kcrnmann bedarf keinerneuen Schale. Sein gelber Uebcrrock mit der grünenBordirung, den ich zu unserer Hochzeit anschaffte, ist janoch ohne Tadel, und mehr als zu gut auf die Reise.

Rosette. Ich sehe und höre schon im Geiste überunfern zierlichen Nachtreter lachen.

Norbert. Narren lachen über alles; doch verständigeLeute achten cs nicht.

So fuhr das Ehepaar noch eine Weile fort, seine Reise-bedürfnisse zu mustern. Herr von Norbert beschloß amEnde, sich sobald als möglich aufs Gcleis zu machen,um desto eher wieder in den weichen Armen seines gelieb-ten Lehnstuhls ruhen zu können. Es ward also schon dernächste Tag zum Aufbruch bestimmt.

Bonifaz spitzte die Ohren nicht wenig, als er Befehlerhielt, den großen Reisekoffer zu säubern. Eine herkulischeArbeit! Seit vielen Jahren stand er vergessen im dunkeln