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3 (1847) Die Kleinstädter und der Fremdling. Novellen : mit sechs Stahlstichen
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Aber ich war' ein Thor, sprach er für sich, wenn ich dastodte Kapital der reichen Stickerei blos zum Prahlen be-nutzte. Nein, ich werde die Goldfaden ausdrüseln und siean einen Juden verkaufen.

Mit dieser Finanzoperation beschäftigt, hörte er plötzlichein Getümmel vor seiner Thür. Sie ward ohne Anklo-pfcn hastig geöffnet, und Gcrichtsdiener traten herein.Ihrseyd unser Gefangener!" schrien sie:Ihr habt des Kadi'sPantoffeln gestohlen!"

Der Kaufmann entsetzte sich und bethcucrte seine Unschuld.

Was wollt Ihr läugnen?" riefen die Schergen.Ihrhabt ja das Corpus delicti in den Händen!"

Sie führten ihn ohne Barmherzigkeit vor den Oberlich-ter, der seine innige Freude über den Fang eines so rei-chen Sünders sorgfältig verbarg und sich sehr aufgebrachtstellte. Kaseins Vertheidigung fruchtete nichts. Er mußtesich mit einer beträchtlichen Summe, wofür er hundertPaar Pantoffeln hätte kaufen können, vom Gefängnisse lö-sen. Als er das schwere Geld mit Seufzen und Thränenerlegt hatte, ward er in Freiheit gesetzt und empfing auchseine Pantoffeln. Aber seine Zärtlichkeit gegen diese vor-maligen Lieblinge war aus seinem Herzen völlig verschwun-den. Er betrachtete sie als die Stifter seines Unglücks,und schleuderte sie wüthend in einen nahen Strom.

Am folgenden Tage warfen einige Fischer in dieser Ge-gend ihr Netz aus. Es war gleich beim ersten Zuge un-gemein schwer; sie glaubten einen rechten Hauptsisch ge-fangen zu haben; aber was fanden sic im Zipfel? Nichts,als Kascms Pantoffeln, die ihnen eben so gut wie der gan-zen Stadt bekannt waren.O die verfluchte Waare!"riefen sie aus:Sie ist nicht des Angreifens werth, undhat uns überdieß noch eine Menge Maschen im Netze zer-