IV.
Dietrich Kogeltvit.
Kaiser Karl der Vierte besuchte cinsmals ein Klo-ster in Böhmen und ließ sich bei dieser Gelegenheit miteinem gewissen Mönch Dietrich (dem man wegen seinerungewöhnlich weiten Kappe den Beinamen Kogclwitgegeben hatte) in eine Unterredung ein. Sie lenkte sichunter andern auf die Haushaltnngskunst, und der geistlicheMann sprach mit vieler Sachkenntniß darüber. Dieß be-wog den Kaiser, ihm die Verwaltung eines Kammcrgutsanzutragcn. Dietrich legte mit Freuden seine Mönchskutteab und ward Landwirth.
Nach einiger Zeit überraschte ihn der Kaiser. Er kamerst gegen Mittag an, ward aber dennoch zu rechter Zeitmit zwölf Speisen bewirthet. Sic schmeckten ihm trefflich.Er stand in der besten Laune von der Tafel auf. „Eineherrliche Mahlzeit!" rief er: „Was kostet sie?"
„Mir keinen Heller!" antwortete Dietrich. „Aber daunten laufen die Gesellen, die das Beste dazu beitrugen."— Mit diesen Worten führte er seinen Gast ans Fensterund zeigte ihm eine Heerde Schweine, denen die Ohrenund Schwänze abgeschnitten waren. „Diese Thierc," fuhr