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zukchrcnd, in einem Kästchen voll Scheidemünzen. Indes-sen gewann er Zeit, sich Rosamnndcn zu nähern und ihrein kleines Päckchen unbemerkt in die Hand zu drücken.Sic crschrack, griff aber, um Geräusch zu vermeiden, ge-schwind darnach, und verbarg eS eben so schnell. Erschlich an seinen Platz bei der Thiirc zurück, empfing vonder sparsamen Hosmeisterin einige Gröschlcin, und gingmit dem leere» Korbe fröhlich davon.
Rosamunde machte sich bald ein Geschäft außer demZimmer, verschloß sich in ihre Kammer, öffnete das erhal-tene Packet, und fand mit Erstaunen — eine seideneStrickleiter, nebst folgendem Briefe:
„Holdes Fräulein! Eure strenge Sittcnmcistcrin, deren„heiligen Eifer mein Kopf noch heute fühlt, erwachte„neulich so ganz zur Unzeit, daß mir mein Name, den„ich eben aussprechen wollte, auf der Lippe erstarb.„Ich darf ihn diesem Blatte nicht anvcrtrancn; denn„so cs in Unrechte Hände fiele, stünde meine Sache sehr„schlimm. Nur Euch will ich mich unter vier Augen„nennen; doch warne ich Euch voraus: erschreckt nicht„vor meinem Namen! —^ Ein Name ist ein leerer„Schall; ich aber bin ein Biedermann, dessen darf ich„mich rühmen. Ich wollte lieber meine beiden Augen„verlieren, als mich einer unedlen That gegen Euch„schuldig machen. Scheut Euch also nicht, diese„Strickleiter um Mitternacht an ein Fenster zu befesti-gen , wo keine Wache in der Nähe steht. Ich werde„leise, wie ein schwebender Schatte», ans diesem Wege„Zn Euch kommen, um aus Eurem Munde zu hören,„ob Ihr mich liebt oder haßt. Bedenkt, che Ihr dieses„Urtheil sprecht, daß Ihr über das Herzensloos eines