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3 (1847) Die Kleinstädter und der Fremdling. Novellen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
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Der Harfner

26aldemar, ein Ritttcr der Vorzeit, bewohnte mitRosamunden, seiner blühenden, goldlockigen Tochter,eine befestigte Burg, die hoch auf einem einsamen Felsenlag, und bei Tag und Nacht von bewaffneten Söldnernso scharf bewacht wurde, als ob sie sich in einem stetenBelagerungsstande befände. Es war auch nicht viel besser;denn auf einer nahen Felsklippe haus'te Waldemars Erb-feind, Ritter Erich, der von Zeit zu Zeit eine kleineKriegsschaar unter seinem Panier versammelte und gegendie Veste seines Gegners anrückte, um sie mit Sturm zuerobern. Es gelang ihm aber nie. Die treue und wach-same Besatzung schlug jeden Angriff tapfer zurück.

Waldemar ward nach und nach der fruchtlosen Befehdun-gen seines feindlichen Nachbars gewohnt, und ließ sich dar-über kein graues Haar wachsen. Er vertraute seine Burgihrer braven Schnßwache, und fand es für unnöthig, im-mer selbst das Schwert in der Faust zu halten und ineigener Person zur Verteidigung seines Hauses und Her-des bereit zu stehen. Die damals noch nicht ganz aus derMode gekommenen Turniere ergötzten ihn baß, und er zogweit umher diesem Licblingsvergnügen nach.