Fünfuilddreißigstes Kapitel.
Die Versöhnung.
Die halbe Stabt zog mit auf den Kirchhof. Als derSarg eingescnkt war. gab Albert dem Ostindier die Handund sprach: „Herr Geheimer Rath, verzeihen Sie meinerjugendlichen Uebcreilung ! Ich that Ihnen im vorigen Jahresehr Unrecht. Sie bewiesen sich hier und in andern Fäl-len als ein edelmüthiger Mann. Ich verehre Sie nun ausvollem Herzen."
„Lassen Sie uns Freunde sepn!" sagte Richard, ihn um-armend. „Gute Mensche» können sich eine Zeit lang ver-kennen; aber der Nebel verschwindet und sie lieben sichdoppelt." —
So war die Versöhnung geschlossen. Albert bat denOstindier, mit ihm zu dem Hauptmaun zu gehe», well dergute alte Mann sehnlich nach ihm verlange. Richard er-füllte seine Bitte, wiewohl mit Bangigkeit, Elisen unterdie Augen zu treten.
Roggenbnrg war äußerst überrascht, als er die Versöhn-ten Arm in Arm die Straße herab kommen und in seinHaus treten sah. Er stelzte ihnen freudig bis an die Treppeentgegen, und Thräncn traten ihm in die Augen, als Ri-chard seine Arme um ihn schlang und ihn küssend ans Herzdrückte. „Q wie wohl ist mir, daß ich Sie wiedersehc!"
Longbcin'S sünnntl. Schr. VII. Bd. 12