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„Allerdings!" versetzte der Dichter. „Sie habe» Talentund Kraft, der Narren zn spotten, und zu diesem Zweckeinen Schwank, im Geschmack der Narrengesellschaftcn undNarrenorden des Mittelalters und der babini scheu Re-publik in Polen, auszuführen. Bei der letzter» — dieihren Namen von dem Landgute eines Magnaten hatte,der des Ordens Oberhaupt war — wählte man einen Kö-nig und besetzte die vorzüglichsten Hof- und Staatsämter.Es gab viel zu lachen, weil die Aemtcr mit satirischer Be-ziehung auf den Charakter und die Neigung der Personen,die man beamtete, ertheilt wurden. Einen unmäßigen Ze-cher zum Beispiel ernannte man zum Krön-Großmund-schcnkcn, einen starken Esser zum Oberküchenmeister, einenfeige» Maulhelden zum Kron-Großfeldhcrrn und so weiter.Das hatte bisweilen eine heilsame Wirkung: mancher Ver-spottete besserte sich; und so ließen sich vielleicht auch un-sere Titelnarren auf diesem Wege zur Vernunft bringen."
Richarden gefiel der Einfall. Er beschloß sogleich imfröhlichen Rausche, die vorgeschlagene Posse nächstens zuspielen, und bei dem noch schuldigen Einwcihungsfestc sei-ner Wohnung die Narrenkronc zu tragen. Es war drin-gend nöthig, jenes Fest bald zu geben, wxil er täglich darumgemahnt wurde. Kreisel griff also ans der Stelle zur Fe-der und entwarf das Formular eines Bestallungsbricfesfür die Beamten des Narrenreichcs. Es lautete so:
„Da ich, nach langer Verblendung, zur Erkenntnißgekommen bin, daß ein Mann ohne Rang und Titeleine Laterne ohne Licht ist, auch meine verehrten, mitTiteln reichlich gesegneten Mitbürger mir oft dringendans Herz legte», mich aus der Dunkelheit zu erhebenund ein strahlendes Licht leuchten zu lassen : so habe ich,um auf Einmal ein Stern der ersten Größe zu werden.