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3 (1847) Die Kleinstädter und der Fremdling. Novellen : mit sechs Stahlstichen
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stehe darauf, daß er noch vor Sonnen Untergang wiederlosgelassen werde. Sonst ruf' ich alle Weiber der Stadtzusammen, wir machen einen Aufruhr, sturmen das Ge-fängniß und führen den wackcrn Mann im Triumph heraus."

Da scp Gott vor!" sagte der Bürgermeister.Diefranzösische Revolution hat in Europa schon alles auf denKopf gestellt z drum wollen wir doch ja in unserer liebenStadt, wo bisher noch Ruhe und Ordnung herrschten,keinen solchen Wirrwarr anfangcn. Dlaffmann soll binnendrei Stunden frei sepn; hier hast du meine Hand darauf.Aber nun beschicke den Tisch: mich hungert entsetzlich!"

Nach eingenommener Mahlzeit, die sehr knapp ansfiel,weil wirklich der größte und beste Theil derselben schonin der Büttclei verzehrt worden war, ging der Bürger-meister mit schwerem Herzen zum Stadtrichter, vertrauteihm seine häusliche Noth, und bat dringend, des FriseursFreilassung zu genehmigen. Herr Schncppe bewilligte,nach einigem Widerspruch und Gchöhne, die Bitte desKreuzträgcrs, ließ sich aber durch keine Vorstellung bewe-gen, die zugcstandenc Befreiung sogleich zu gestatten, son-dern beharrte darauf, den Verbrecher bis nach SonnenUntergang im Kerker zappeln zu lassen.

Während der Zeit eilte Madame Felde» zur Frau Ge-vatterin Trottel, weil deren Fenster die angenehme Aus-sicht auf die Büttelei hatten. Es wurden mehrere gleich-gesinnte Damen dahin zu dem Vergnügen berufen, denedlen Dulder ans den Pforten des Kerkers wandeln zusehen. Sie warteten inSgesammt mit brennender Sehn-sucht auf dieses herrliche Schauspiel. Endlich ging dieSonne unter, und der Damen Sonne ging ans. HerrBlaffmann trat aus dem schwarzen Gefängnißpförtchen frei