das Gefecht ging, ein eben so unerwartetes als lächerlichesSchauspiel gal'. Packer ward bei dem Kampfe so weiß,als wäre er mit seinem dunkelblauen Rocke in einen Mehl-sack gekrochen. Die Herren des Raths brachen in einGelächter aus, als er so gestaltet zurückkam und seinengehorsamsten Bericht über die vollzogene Verhaftung ab-stattete.
Nur der Bürgermeister war zum Lachen nicht aufgelegt:denn er mußte nun bald vor dem furchtbaren Richterstuhleseines Weibes erscheinen und Rechenschaft geben von einerThat, deren höchste Mißbilligung er mit Zittern voraussah. Er fürchtete, daß ihm ein gräßlicher Zank sein fürdiesen Mittag zubcreitetcs Leib- und Licblingsgericht, Schin-ken mit Erbsen, verbittern und versalzen würde. Und in-dem ihm diese traurigen Gedanken durch den Kopf zogen,sandte ihm seine Gemahlin, noch vor Ablauf der gewöhn-lichen Gcrichtszeit, einen Boten mit dem gemessensten Be-fehle, sich sofort nach Hause zu verfüge». Bestürzt nahmer Hut und Stock und empfahl sich mit ängstlicher Eilfer-tigkeit. „Mein Herr Bürgermeister," sagte der schalk-hafte Stadtrichter, cs dünkt mich heute nöthigcr als je-mals, Ihnen eine gesegnete und fröhliche Mahlzeit zuwünschen." Schweigend verschmerzte der Bürgermeister denStich, fand es aber in seinem Herzen sehr unchristlich,einen Betrübten noch mehr zu betrüben.
„Seyd ihr alle närrisch geworden auf dem Nathhanse ?"fuhr ihm mit zornfunkclnden Augen sein Hausdrache ent-gegen. „Warum verfolgt ihr Barbaren den ehrlichen Blaff-mann? — Der arme Mensch schickt ans der Büttelei zumir, meldet mir die ganze Pastete und fleht mich umBeistand an. Er solle, läßt er mir sagen, zwei Tage beiWasser und Brod fitzen. Ist das wahr?"