-O-D' 3 5 -Ao-
Mohren bin ich entbehrlich. Du kannst ihn ihn allein eraeminiren."
Hiermit ging der gute Mann fort, um den Eraminan-ten zu bestellen. Ehe ihm aber Golo, der immer ab- undzuging, in den Wurf kam, bedachte der grübelnde Rechts-gelchrte, daß cs eine unbefugte Handlung sep, einen Die-ner zur Versäumung des Herrendienstes zu verleiten, ohneden Herrn zuvor um Genehmigung zu ersuchen. Er wandtesich deßhalb zu dem Indier, der eben in der Nähe stand,und sagte mit lauter Stimme: „Wollen Dieselben wohlerlauben, daß Ihr Golo morgen des Abends ein Stünd-chen in meine Behausung komme, um uns von Afrika zuerzähle», und besonders die brennende Wißbcgierde meinerFrau zu befriedigen?" —
Die Frau Doctorin, die kein gutes Gewissen hatte, wolltevor innerlichem Zorn bersten, als der unbesonnene Mannihre zweideutige Wißbcgierde wie ein Herold ausrief. Siehustete ins Schnupftuch, um von dem Eindruck, den diesereinfältige Streich machte, nichts zu sehen und zu hören.Es ward auch wirklich ringsum gelacht. Nur Richard,dem der üble Ruf, in welchem die Frau Doctorin stand,unbekannt war, nahm die Sache ganz ernsthaft, und ge-stattete nicht nur den gebetenen Urlaub, sondern rief auchsogleich den Mohren herbei, und befahl ihm laut und öffent-lich, sich des nächsten Abends bei der wißbegierigen Dameeinzustellen, und ihren Wünschen bestmöglichst Genüge zuleisten.
Der anbrechende Tag erinnerte bald darauf die Ball-gäste, sich heim zu begeben. Sie empfahlen sich mit lang-wierigen Danksagungen, ungeachtet einigen Herren dieZunge so schwer geworden war, daß cs ihnen nicht leicht