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3 (1847) Die Kleinstädter und der Fremdling. Novellen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
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gelernt hatte. Doctor Salm that hurtig ein Gleiches;er war aber noch nicht mit Vorübung der ersten Tourzu Stande, als schon sein kühner Gegner bei vollerMusik die Reihen durchflog. Der Doctor stürmte nunauch mit seiner Gemahlin drauf los, packte die Figu-ranten, die weder aus noch ein wußten, wie ein Bär,zerrte und schleuderte sie dahin und dorthin. Als er un-gefähr zwei Minuten so gewüthct hatte, stieß er in derMitte der Gasse mit seinem Gegenfüßler zusammen. Einerwollte den Andern in seinen Wirbel hineinrcißc» und ihnmit Gewalt sich unterthänig machen. Daraus entstandein solches Gewirr, daß Beide, wie in einem Netzegefangen, still stehen mußten. Sie starrten einander mitblitzenden Augen an, sagten sich spitze Worte, und er-hoben endlich sogar die Hände, um sich in die Haare zufallen. Aber Richard eilte hinzu, trennte die Kampf-hähne, versöhnte sie, und that den Vorschlag, künftig denEhrenpunkt des Vortanzes durch's Loos zu entscheiden.

Das geschah; doch ordentliche und zierliche Tänze wur-den dadurch wenig gewonnen. Das Glück war, wie ge-wöhnlich, der Dummen Vormund, und spielte die Trefferdes Tanzlotto'S dem Doctor Salm und andern Pfuschernin die Hände. Kreisel, der einzige in der Gesellschaft, dereinen Tanz geschickt anzustellcn wußte, zog meistens eineNiete; und so ward die Lustbarkeit der ganzen Nacht vonHümplcr» verdorben.

Kreisel ertränkte seinen Verdruß in mancherlei guten Wei-nen, womit der Schenktisch überflüssig besetzt war, undrächte sich an dem Doctor durch folgendes Spottlied, daser auf der Stelle in seine Schrcibtasel schrieb und einigenVertrauten vorlas: