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3 (1847) Die Kleinstädter und der Fremdling. Novellen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
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Schon auf der Schule zeigte er sich als einen Quer-kopf, indem er dort unter jungen Sausewinden von vier-zehn bis zwanzig Jahren die abgeschmackte Rolle eines Pe-danten spielte. Er hieß Jakob Salm, nannte sich aber,wenn er nach seinem Namen gefragt wurde, nie andersals ckaeobus 8ulm>u8. So wollte er auch im gemei-nen Leben von seinen Mitschülern gerufen sepn, und nahmcs sehr übel, wenn sie ihn nicht bei jeder Gelegenheit insLateinische übersetzten.

Die männliche Jugend hat überall einen natürlichenHang, sich in ihrer Kleidung und Benehmen ein kühnes,soldatisches Wesen anzucignen. Das war auch der Fallin der klosterartigen Schule, in welcher unser ckscolius er-zogen ward. Ungeheure, hochaufgcstülpte Reitcrstiefeln, le-derne Beinkleider, große dreieckige Sturmhüte und steifeZöpfe, die durch Werg und andere nahrhafte Bestandtheilezur Dicke eines Zaunpfahls aufgefüttcrt wurden, warenallgemein beliebt, ungeachtet die traurige Schalaunedie durchaus getragen werden mußte, sehr widrig dagegenabstach. Aber ckncobus 8»>n,iu8, dem jene Renomisten-tracht, wie manchem Andern, ein Gräuel war, schweiftezu einer entgegengesetzten Ucbcrtreibnng hinüber: er trugeinen sehr altväterischen leberbrauneu Nock^ gleichfarbigeBeinkleider, schwarze Strümpfe und eine Beutelpcrllcke, dieihm oft, wenn er sich durch Moralisiren unnütz machte,vom Kopfe gerissen ward und zum Fangball diente. Die-ser unfreundlichen Tracht suchte er auch sein von Naturnicht heiteres und liebliches Gesicht anzupassen. Er legtees immer in finstere, vor dem Spiegel einstudirte Falten,

2 Dieses NUS Sclmlnn» (nämlich Ve-iti«) verkrüppelte Wortbezeichnet ein schwnrzeS Mäntelchen mit Ar»,löchern, je-doch ohne Acrmcl.