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3 (1847) Die Kleinstädter und der Fremdling. Novellen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
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weitem Felde stehenden Anstalten, beginnen kann. Folglichwird die ganze Nacht unfehlbar durchschwärmt. Sie wis-sen aber, Herr Stadtsccretarius, daß wir morgen einewichtige Criminalsache abzuthun haben, und hierzu einesvöllig ausgcschlafcncn Verstandes bedürfen."

Welche Criminalsache?" fragte Kreisel.Der HerrStadtrichter mcpnen doch wohl nicht etwa die unbedeutendeGeschichte von der gestohlenen Gans?"

Getroffen!" sagte Herr Schneppe.Aber unbedeutend? Ich finde das nicht, und es ist weder gut noch löb-lich, seine Amtspflichten auf die leichte Achsel zu nehmen."

Kreisel steckte den Wischer lachend ein und versicherte:wenn er auch acht Tage hinter einander keine Minute ge-schlafen hätte, so sep ihm dennoch nicht bange, den Gänse-dicb an den Pranger zu bringen.

Dieser Trost schien den Stadtrichter zu beruhigen, undKreisel flog nach der Thüre, um die nöthigen Tänzer zu-sammenzurufen. Richard ersuchte ihn, vorher ein GlasWein zu trinken. Aber der Bürgermeister mahnte ihndavon ab, weil er noch von der Hochzeit her mit einemHaarbeutel behaftet sep. Ucbcr diese Beschuldigungward gelacht, und Richard, dem die sprichwörtliche Redens-art vom Haarbcutel fremd war, fragte nach ihrer Bedeu-tung und Entstehung.

Es gab" sagte Kreisel so bestimmt, als wär' erdabei gewesenunter den Reichstruppen im siebenjäh-rigen Kriege ein Küraffier-Major, der sich oft betrank unddann lustige Streiche machte. Einsmals band er sich einenungeheuren Haarbcutel ein, und kaum war cs geschehen,so ward er zpm General gerufen. Er stürzte sich in denHarnisch, vergaß aber den Haarsack abzulcgen, und wardso der Stifter jener Redensart. Auf mich aber paßt