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3 (1847) Die Kleinstädter und der Fremdling. Novellen : mit sechs Stahlstichen
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geringsten Mißmuth abnöthigen könne. Aber Fräulein Elise,seine Tochter, habe ihr Köpfchen für sich und scp bei denübrigen Damen der Stadt nicht sonderlich beliebt, weil siewenig mit ihnen umgehe und sich klüger dünke, als die ver-ständigsten Matronen des Orts. Sie weiche auch den Män-nern mit abschreckender Sprödigkeit aus: nur ein einzigerjunger Fremdling, der ihr Verlobter sepn solle, genießedes beneideten Vorrechts, bei ihr Zutritt zu haben.

Richard hörte diese Nachrichten mit scheinbarer Gleichgül-tigkeit an, und fragte nach den Familien der Herren Rathö-verwandten.

Ich," antwortete der Bürgermeister,habe ein sehrbraves Weib, aber unsere Ehe war nie mit Kindern ge-segnet. Der Herr Stadtrichter ward vor einigen Jah-ren in den Wittwerstand versetzt, und hat ebenfalls keinePfänder der Liebe aufzuweiscn. Herr Senator Trottelhingegen erfreut sich zweier liebenswürdigen Töchter, dieganz ihrer noch lebenden trefflichen Mutter nacharten.Aber der Herr Senator und Magister Gabriel ist ein hart-näckiger Hagestolz, der seine Brust wie einsmals unsergekrönter Dichter von ihm sang mit einem dreifachenPanzer umgeben hat und alle Pfeile des Liebesgottes da-von abglcitcn läßt. Der schalkhafte Poet ist zwar auchnoch unverhcirathet, sein Herz steckt aber so voll von Lie-bespfeilen, daß er dem Igel gleicht, deß Haut voll Sta-cheln ist."

Er schlug selbst über diesen wohlgerathcncn Abcbuchs-witz ein freudiges Gelächter auf, und seine College» stimm-ten tapfer mit ein.

Wir müssen uns näher kennen lernen, meine Herren!"sagte Richard.Haben sie die Güte, mit Ihren Gemah-linnen und Töchtern diesen Abend bei mir im Gasthofe zuspeisen."