Viertes Kapitel.
Genealogische Nachrichten.
Das angenehme Gleichniß, dessen sich der Bürgermeisterbediente, erinnerte den Indier an ein wunderlieblichcs Ge-sicht, das er bei seiner Einfahrt in die Stadt an einemFenster entdeckte. Da er ans dergleichen Erscheinungen auf-merksam war, so hatte er die Gegend und das Haus scharfins Auge gefaßt. Er beschrieb sie dem Bürgermeister, undfragte, wer dort wohne.
„Das könnte ich Ihnen sagen," antwortete Herr Felden,„wenn Sie mir auch die örtliche Lage des Hauses nicht sogenau angegeben hätten. Michelheim ist an schönen Mäd-chen, besonders in den höhern Ständen, nicht sonderlichreich: diesen Mangel ersetzt uns aber gewisser Maßen einewahre Huldgötti», und eben diese haben Sie gesehen. Sieist die Tochter des invaliden Hauptmanns von Roggen-burg, der mit zwei gesunden Beinen in den Krieg zog,aber mit hölzernen zurückkam, und seitdem die hiesige Stadtzu seinem Aufenthalt gewählt hat."
Richard fragte: ob der Hauptmann gesellig sep, undob er wohl von ihm einen Besuch annehmcn würde.
Das leide keinen Zweifel, sagte der Bürgermeister, dennNoggcnburg sey ein heiterer alter Knabe, dem weder dieVerstümmelung seines Körpers, noch seine Dürftigkeit den