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3 (1847) Die Kleinstädter und der Fremdling. Novellen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
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das Gäßchcn hinüber in den Gasthof zurückgchcn. Eswartete mithin nur noch der asiatisch gekleidete Mann vorder Thüre; und da man mit Diesem, wenn er sich allen-falls ungebührlich bezeigen sollte, fertig zu werden glaubte,so that man ihm ohne weiteres Bedenken die Thür auf,und er trat mit höflichem Anstand ins Zimmer.

Meine hochverehrten Herren," hob er an,ich bitte umVerzeihung, daß ich Sie durch meinen Aufzug ein wenigerschreckte. Ich komme aus einem Lande, wo sich Männermeiner Art nicht anders öffentlich zeigen. Fürchten Siesich in Zukunft nicht vor meinen Leuten! Die Farbe desTeufels ist diesen Menschen angeboren, doch haben sie sonstnicht die geringste Eigenschaft von ihm, und ich stehe da-für, daß Ihnen und der ganzen Stadt kein Leid wider-fahren soll."

Die Herren des Raths bedankten sich für diese erfreulicheZusicherung.

Ich bin ein geborner Deutscher," fuhr der Fremde fort,und die Liebe zum Vatcrlande erkaltete nicht in dem fer-nen Welttheile, wo ich über dreißig Jahre mich aushielt.Das gute deutsche Land wieder zu sehen, war immer meinangenehmster Gedanke; doch meine Geschäfte jenseits desMeeres hinderten mich bis jetzt, diesen Lieblingswunschauszuführcn. Endlich gelang mir's. Ich bin gesonnen,mich am hiesigen Orte auf unbestimmte Zeit niederzulaffen'und erbitte mir dazu Ihre obrigkeitliche Erlaubniß."

Dieses Gesuch aus dem Munde eines solchen Mamicskitzelte den Bürgermeister nicht wenig; aber seine unbe-gränzte Ehrfurcht gegen den Reichthum ließ keinen Ueber-muth bei ihm aufkommen. Er versicherte mit unterwür-figen Worten und Geberdcn: cs scy der Stadt Michel-heim die höchste Ehre, einen so schätzbaren Gast in ihren