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10 (1839) Immanuel Kant's Schriften zur Anthropologie und Pädagogik : nebst einer Sammlung von Briefen und öffentlichen Erklärungen und einem chronologischen Verzeichnisse sämmtlicher Schriften Kant's
Entstehung
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^er 9J?enßh baS einzige ©efhäpf, ba§ ergogen werbenmuß. Unter ber ©rgiehung nämlich tterßehen wir bie äßarfung,(Verpflegung, Unterhaltung,) £>ifciplin (3ud>t) unb Unterweifungnebß ber 33ilbung. Setngufolge ber SKenfch ©äugling, Sog*littg, unb ßeljrling.

£)ie Shiere gebrauchen ihre .Kräfte, fobalb fte beren nur welchehaben, regelmäßig, b. h- in ber 2lrt, baß fte ihnen felbß nichtfchäblid) werben. ©§ in ber SEhat bewunbernSwürbig, wennman g. ©. bie jungen ©chwalben wahrnimmt, bie fattm au£ benGrient gefroren unb noch blinb ftnb, wie bie e§ nicbtSbeßoweni*ger ju machen wißen, baß fte ihre ©rcremente au§ bem 9?eßefallen laßen. Slßere brauchen baher feine SBartung, hädhßenä gut*ter, Erwärmung unb Tlnführung, ober einen gewißen ©chufj.Ernährung brauchen wohl bie meißen SStjferc, aber feine SDBartung.Unter Wartung nämlich »erßelß man bie Sßorforge ber ©Itern, baßbie .Kinber feinen fchäblicben ©ebraud) oon ihren Kräften machen.©oUte ein SEhier j. ©. gleich, wenn e§ auf bie -äBelt fommt,fchreien, wie bie Äinber eS thun; fo würbe eS unfehlbar ber 9?aubber äBolfe unb anberer wilben Shie« werben, bie eS burch fein©eßhrei h^fißUocft.

25ifciplin ober 3uß)t änbert bie SE£ß«heit in bie Slfenfchheitum. ©in SEhier fdjon 2llle§ burch feinen Snßinct; eine frembeVernunft hat bereits 2lUe§ für baßelbe beforgt. 25er SDtenfeh aberbraucht eigene SSernunft. ©r hat feinen Snßinct, unb muß ftchfelbß ben fPlan feines Verhaltens machen. SBeil er aber nichtfogleich i«n ©fanbe, biefeS ju thun, fonbern roh auf bie SBeltfommt, fo mttßen eS 2lnbere für ihn thun.