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10 (1839) Immanuel Kant's Schriften zur Anthropologie und Pädagogik : nebst einer Sammlung von Briefen und öffentlichen Erklärungen und einem chronologischen Verzeichnisse sämmtlicher Schriften Kant's
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856 Anthropologie. II. St)d(. Antßropol. Gtyaraftetijtif.

feö «Spiel feiner ©mpftnbungen unb fein ©eftdfjt tfi au§brucE3»oll.Sa§ fPlatbiren ihrer Aboocaten üor ben ©chranfen iji fo affectooll,baß einer Seclamation auf ber ©chaubühne ähnlich ftefjt.

@o wie ber gran^ofe im ßonoerfationSgefchmacf oorjü^lid;iji, fo ift e§ ber Italiener im Äunjlgefchmacf. Ser ©rflere liebtmehr bie ^rioatbelujligungen, ber Anbere öffentliche: pompöfeAufzüge, fProcefjtonen, große ©chaufpiele, ßarneoalö, SltaSferaben,Fracht öffentlicher ©ebäube, ©emälbe mit bem fPinfel ober inmufioifcher Arbeit gejeichnet, 9fömifche Alterthümer im großen«Stil; um ju fchen unb in großer ©efellfdjaft gefehen ju werben,Sabei aber (um boch ben ©igennufc nicht ju oergeffen): @rftns

bung ber SBechfel, ber 33 a n len unb ber ßotterie. -

Sa§ ifl feine gute ©eite; fo wie bie greif)eit, welche bie Gon-dolieri unb Lazzaroni fleh gegen SSornehme nehmen bürfen.

Sie fch(edf)tcre iji: ft'e conoerftren, wie Stouffeau fagt, infPrachtfälen unb fchlafen in Jflahennejlern. Sfwe ßonöetfajiottifinb einer S3örfe ähnlich, wo bie Same bes> £aufeS einer großen©efellfchaft ®twaö ju fojien reichen läßt, um im -fperumwanbetnftch einanber bie Slleuigfeiten be§ SEageS mitjutheilen, ohne baß bajueben greunbfdhaft nöthig wäre, unb mit einem fleinen barauö getoäf)!:ten Sheil iut Sftacht ißt. Sie fchlimme ober: ba§ SKefferjiehen,bie SSanbiten, bie Suflucht ber SJieuchelmötbcr in geheiligten §rei>fiätten, baö oernachläfftgte Amt ber ©birren u. bgl.; welche boct)nicht fowol;l bem Svömer, alä oielmehr feiner jweiföpftgen fRegiesrungöort jugefchrieben wirb. Skfeä ftnb aber ffiefchulbigungen,bie ich feineöwegeö oerantworten mag unb mit benen ftch gercöbmlieh ©nglänber herumtragen, benen feine anbere SSerfaffung gefaUlen will, als> bie fl;rige.

5. Sie Seutfchen flehen im Sfuf eines guten Sf)arofter§,nämlibh bem ber ©htliefjfeit unb ^päuölichfeit; ©igenfehaften, bieeben nicht jum ©längen geeignet ftnb. Ser Seutfche fügt ficb,unter aUen ctoilijtrten S3ölfern am ßeichtejlen unb Sauerhaftejlcn,ber Sfegierung, unter ber er ift, unb iji am Sfteijlen oon Dleummg^fucht unb SBiberfehlichfeit gegen bie eingefütjvte Srbnung entfernt.