318 Anthropologie. II. Sf>etf. Antf)topol. CharaEteviftif.
I.
33on bem Naturell.
Ser SJtenfcf f)at ein gut © emütb, bebeufet: er ift nicht jtörrifch,fonbern naebgebenb; er wirb jwar aufgebracht, aber leidtjt befänf:tigt unb hegt feinen ©roll (ift negatio; gut). — Sagegen, um Donihm fagen ju fönnen: „er bat ein gut ^erj", ob biefeg jm«auch jur ©innegart gebort, will fdEjon mehr fagen. ©g ift ein Am i
trieb jum fPraftifd) -- guten, wenn e§ gleich nicht nach ©rutibf%noerübt wirb, fo: baf ber ©utmütfige unb ©utherjige beibeg Beuteftnb, bie ein fcblauer ©aft brauchen fann, wie er will. — Unb fogeht bag Staturen mehr (fubjectiü) aufg ©efühl ber Sufi oberUnluft, wie ein 9J?enfd> Dom anberen afficirt wirb, (unb jeneg fann i
hierin etwa§ ©h^afteriftifcheg haben,) alg (objeetto) aufg ®egef: |
runggoermögen; wo bag geben fid) nidEjt blog im ©efüfjl, in: j
n erlich, fonbern auch in ber S^bßttgbeit, auf er lieh, obgleich blognach Sriebfebcrn ber ©innlicffcit offenbart. Sn biefet ffiejicfungbeftebt nun bag Temperament, welchcg non einer habituellen (
(burdf ©ewohnheit jugejogenen) Sigpofition noch unterfchieben »et-,ben tnuf; weil biefer feine Staturanlage, fonbern blofe ©elegenfeitg:urfachen jurn ©runbe liegen.
II.
83om Temperament.
JPhpfiologifch betrachtet, oerfteht man, wenn Dom Tempe:rament bie Stebe ift, bie förderlich e ßonftitution (ben far:fen ober fchwachen 5Bau) unb Somplejcion (bag gtüfftge, burd)bie Sebengfraft gcfetjmäfig ^Bewegliche im Körper; worin bieSEBärmeober .Kälte in ^Bearbeitung biefer ©äfte mit begriffen ifl).
fPfpchologifch aber erwogen, b. i. aß Temperament ber©eele (©efüfjlä = unb Segehrunggoermögeng), werben jene, Donber Slutbefchaffenheit entlehnte Augbriicfe nur aß nach ber Ana:logic beg ©pieß ber ©efühle unb SSegierben mit förpcrlichen be»e:genben Urfabhen, (worunter bag 33lut bie Dornehmfie ift,) Dor--gefeilt.