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10 (1839) Immanuel Kant's Schriften zur Anthropologie und Pädagogik : nebst einer Sammlung von Briefen und öffentlichen Erklärungen und einem chronologischen Verzeichnisse sämmtlicher Schriften Kant's
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298
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298 Jlnthropofogie. 1. SEfjeil. 2(m[)tcg>o[. Sibaftif.

hat,) fofort anfitnbigt*). SJlomabifchc Ißolfer, bie, tnbem fte (a[§$irtem>6lfer) an feinen ISoben geheftet finb, j. 33. bie Araber,hängen ffarf an ihrer, obgleich nicht vtollig jwangS freien SebenSartnnb haben babei einen fo b p l)en ©cift, mit SBcrachtung auf bie fidj;anbauenben SSoIfer bevabsufeben, bajj bic baoon unzertrennlicheSKubfeligfeit in Safntaufenben fic baüon nfdtjt bat abwenbig macbenfonnen. 33lofe Sagbootfer (DlcnntsSSungufif)) h<*en fiel) g«bureb biefe§ greiheitSgefühl (öon ben anberen mit ihnen uenoanbten(Stammen getrennt) rmrflicb uerebelt. ©o erweeft nicht allein bergreibeit§begriff unter moralifeben ©efc^en einen Effect, ber gnfhu--fta§mu§ genannt wirb, fonbern bie blo§ ftnnliche SSorftellung betduferen Freiheit erbebt bie Steigung, barin zu beharren ober fte juerweitern, bureb bie Analogie mit bem 9iechf§begriffc bis zur heftigenßeibenfehaft.

SOfan nennt bei blofen Spieren auch bie beftigfie Steigung( 5 . 35. ber ©efchlechtSoermifchung) nicht ßeibenfehaft; weil fte feineVernunft haben, bie allein ben ffiegriff ber greiheit begrüntet mtbwomit bie ßeibenfebaft in SoUifton fommt; beren 2tu§bvud) alfo

*) Cucrcj, als ®ictjtcr, locubet btcfeS in ber SEfiat mertwürbige $tjä;ttomen im SSfticrreicbe anbcrS:

Vagituque locum lugubri complet, ut aequomstQuoi tantuiu'u vita restet trausirc lnalorum !

Siefen fProfpcct fann baß ncitgc&ornc .Kinb nun rnobt nicht haben; aberba|t baS ©cfüfjl ber Un 6 cbaglicbteit in ihm nicht 00m forderlichen Schmerz,fonbern »on einer buntein Sbee (ober biefet analogen SSorjtcKung) »oti gtei;heit uttb ber fbinberniß berfetben, bem Unrecht, herrühre, cntbcctt fiel) burd)bic, ein paar fflionatc nach ber ©clutrt, fich mit feinem ©efehrei »crbinbetibenSfjrdincn; welches eine ICvf »on ©rtrittcrung anzeigt, roenn cS fich gemiffen©egenftdnbcn zu nähern, ober überhaupt nur feinen Suftanb zu »cvdnbctnbeftrebt ift uttb baran fich gehinbert fühlt. Sicfcr Srteb, feinen Sillenzu haben uttb bie ffierhinbcruitg baran als eine SSeleibiguug aufjunehmen,zeichnet fich burch feinen £on auch bcfonbcrS aus unb Idftt eine »oSartigfcitheroorfcheitten, tvclchc bic ffltuttcr zu beftrafen fich genötigt fieht, aber gc=wohnlich burch noch heftigeres Schreien erwiebert wirb, ©benbafl'etbe ge;fchieht, wenn eS burch feine eigene ©cljulb fallt. ®ic Suttgcn anbercr Shievefpielen, bie bcS SRenfcfjcn ganten frühzeitig unter cinanbcr, unb cS ift, alsob ein gewiffer StcchtSbegriff, (ber fich auf bfe duftere Freiheit bezieht,) ft*mit ber Shicrhcit zugleich entwictelc unb nicht etwa aKmdhüg erlernt werbe-

+) 1. MuSg.:(wie bic DiennisSu n g ufi)"