200 Anthropologie. 1. Sl)eit. Anthropol. Sibaftif.
Sa§ ©rhabene tjl jwar baS ©egengewicht, aber nicht ba 3SBiberfpiel oom (Schonen; weil bie 33cjtrebung unb ber Ißerfitdb,ftch ju ber gaffung (apprehensio) be§ ©egenftanbeS ju erheben,bem ©ubject ein ©efühl feiner eigenen ©röfje unb .Kraft erroetft;aber bie ©ebanfenuorftellung beffeiben in ber 33ef<hreibung oberSarfteHung fann unb muff immer fcfjon fein. Senn fonft ntirbbie fßerwunberung Abfehrccf ung, welche oon 33emunberung,als einer S3eurtheilung, wobei man beö SSerwunbernS nicht faftwirb, fef;r unterfchteben ift.
Sie ©ropheit, bie jwecfwibrig ift (magnitudo monstrosa),ift bas Ungeheure. Saher haben bie ©chriftjtelter, welche bieweitläufige ©röffe beö Scitfftfchen SfeichS erheben wollten, eS fchlechtgetroffen, baff fte eS als ungeheuer betitelten; benn hierin liegt einSabel: als ob cS, für einen einzigen 33eherrfcber, ju grofi fei.— Abenteuerlich ift ein SJtenfd), ber ben .gtang hat, ft'd) in33egebenbeiten ju oerflechten, bereit wahre @rjäf)lung einem 9tomemähnlich ift.
SaS ©rhabene t|t alfo jwar nicht ein ©egenftanb für ben©efehmaef, fonbern für baS ©efühl ber Siührung; aber bie fünftliehe Sarftetlung beffeiben in ber 33efchreibung unb 33efleibung(bei fftebenwerfen, parerga,) fann unb foll fchön fein; weil eSfonft wilb, rauh unb abffoftenb unb fo bem ©efehmaef juwiberijt.
Ser ©efehmaef enthält eine Settbenj jur äufjerenSSeforberung ber SDtoralitat.
§• 67.
Ser ©efehmaef (gleichfam als formaler ©inn) geht auf 50?it=theilung feines ©efühlS ber 2uft ober Unluft an Anbere unbenthält eine ©mpfänglichfeit, burch biefe fOtittheilung felbft mitCujt affteirt, ein SBohlgefaßen (complacentia) baran gemeinfehafblieh mit Anberen (gefellfchaftlich) gu empftnben. 9tun ift baSSBohlgefallen, waS nicht blo§ als für baS empflnbenbe ©ubfect,fonbern auch für jeben Anberen, b. i. als allgemeingültig betrach-tet werben fann, weil eS fftothwenbigfeit (biefeS 2Bof)lgefallenS,),