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10 (1839) Immanuel Kant's Schriften zur Anthropologie und Pädagogik : nebst einer Sammlung von Briefen und öffentlichen Erklärungen und einem chronologischen Verzeichnisse sämmtlicher Schriften Kant's
Entstehung
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2Ü2 Anthropologie. I- 5£l;eil. Anthropol. ©ibaftif.

t>urd^> S55ol;lgefaIIen ober SJtifjfallen, wcldjc id£> mit bot SSorfleUungbeg ©egenffanbeg in bot SBahrnehmung ober ©inbilbung verbinbe.

Stun wirb aber and) bag SBort ©efehmaef für ein finnffetjesJBeurtheitunggüermogen genommen, nicht blog nach ber ©inneSeni:pftnbung für mich felbft, fonbern auch nach einergewiffen Siegetju »jfi.len, bie alg für Scbermann geltcnb tiorgejtellt wirb. SDiefe Siegelfann empirifdj fein; wo fic aber algbann auf feine wahre 51I-.gemeinbeit, folglich auch nicht Stothwenbigfeit, (cg müffe imSBoblgefcbmacf jebeg Anberen Urteil mit bem meinigen Übereimeinjiimmen,) 2fnfprucf> machen fann. ©o gilt nämlich bie©efdjmadfgregel in Anfehung ber Sftahlgeiten, für bie SDeutfcbenmit einer ©uppe, für ©nglänber aber mit berber Äoji angufangen;weil eine burd) Stachahmung allmählig »erbreitete ©eivof)nf>eit e§jur Siegel ber Anorbnung einet SEafel gemacht l;at.

Aber eg gibt auch einen SSoblgcfdjmacf, beffen Siegel a prioribegrünbet fein mujj, weil fte Slothwcnbigfeit, folglich mich©ültigfeit für Scbermann, anfünbigt, wie bie SSorjMung eine§©egenffanbeg in 33egiehung auf bag ®efül)l ber Sufi ober Unlufigu beurtheilen fei; (wo alfo bie Vernunft ingeheim mit im Spielift, ob man gwar bag Urtl;eil berfelben nicht aug 83ernunftprinscipien ableiten unb eg barnach beweifen fann;) unb biefen ®e;fehmaef fonnte man ben oernünftelnben, gum Unterfchicbe»omempirifchen alg bem ©innengefchmacf, (jenen gustus refledens,biefen reflexus) nennen.

Alle 25 a oft eil ung feiner eigenen $Perfon ober feiner Äunjimit ©efd;macE fefct einen gefellfchaftlichen Sujianb (fichmitgutheilen) ooraug, ber nicht immer gefellig, theilnehmcnb anber 2uff Anberer, fonbern im Anfänge gemeiniglich barbarifd)/ungefeUig unb blog wetteifernb iff. Sn völliger ginfamfeitwirb Sfiemanb ftd) fein 4paug fehmüefen ober augpufcen; er wirbeg auch nicht gegen bie ©einigen (SSScib unb Jtinber), fonbernnur gegen grembe thun; um fich uortheilhaft gu geigen. 3nt©efehmaef (ber Augwahl) aber, b. i. in ber äfihctifdjen Urt^eilS*fraft, ijl eg nicht unmitttelbar bie gmpftnbung (bag SÖJatcriale