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10 (1839) Immanuel Kant's Schriften zur Anthropologie und Pädagogik : nebst einer Sammlung von Briefen und öffentlichen Erklärungen und einem chronologischen Verzeichnisse sämmtlicher Schriften Kant's
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218 Anthropologie. I. St;eil. Anthtopol. SibaftiP.

lenS bet Sttenfchen, bie mir fennen, bod) nid)t ficket fein fönne,fonbern nur beim Unocrmögen berfelben. <5o, fagte ^>uin eoertraut ber ©roßfultan feinen Ravern nicht bcr Slugenb berjeinigen, weld)c if>n bemachen füllen, fonbern ihrem Unoermögen (a(?fchmarjen SSerfchnitfenen) an. Sn Anfehung beS Umfang?,feiner ^Begriffe fcljr befchrdnft (bornivt) fein, macht bie £)mnmiheit noch nicht an§, fonbern eS fomrnt auf bie ®efchaffenheitberfelben (bie ©runbfähe) an. 2) ftch ßeute oon ©chafcgrä:bern, ©olbmachern unb 8otteriel)änbtern hinh^lten laffen, ift nichtihrer ^Dummheit, fonbern ihrem böfen SBillen jujufchreiben: ohneproportionirte eigene ^Bemühung auf .Sofien Anberer reich ju wer;ben. Sie Sjerfdjlagenheit, äkrfchmihtheit, ©chlauigfeit (ver-sutia, astutia) i|t bie ©efd)icflid)feit, Anbere ju betrügen. Siegrage ift nun: ob ber SBetrüger flüger fein muffe, als ber, toel=d)er leidet betrogen wirb, unb ber leitete bcr 2)umme fei. SetSreuherjige, welcher leicht oertraut (glaubt, Srebit gibt),wirb aud) wohl bisweilen, weil er ein leichter gang für Sdjeitneift, obgroar feßt ungebührlich, 9tarr genannt; in bem @prid)>wort: wenn bie Siarren gu SDiarfte fontmen, fo freuen fid; bie.Saufleute. ßS ift wahr unb fing, baß id; bem, ber mid) eilt!mal betrogen hat, niemals mehr traue: benn er ift in feinen©runbfaßen oerborben. Aber barum, weil mid) einer betrogenhat, feinem an bereu SKenfchen ju trauen, ijt 9J?ifantl)ropie.25er ^Betrüger ijt eigentlid) ber SJiarr. Aber wie, wenn erauf einmal burd) einen großen ^Betrug fid) in ben ©taub jufeljcn gemußt £;at, feines Anberen unb feines 3utrauenS mehr jubebürfen? Sn bem gall anbert ftch wohl.ber Sbarafter, unter bemer erfcheint, aber nur bal)in: baß anjiatt ber betrogene S3etniiger auSgelacht, ber glüdliche angefpieen wirb; wobei hochauch fein bauernber Siovt£;eil ift. *)

*) Sie unter umS lebcnbctt fpataftiner finb turefj ihren StSucbergcifi (eitihrem Seit, auch maO bie grefite '.Menge betrifft, iu'beit nicht ungegrunbetenStuf fccß SBetrugeO getommen.. @0 feheint nun jivar befrembtiefi, fid) c ' neOJatien oon üöctrugeru $u teilten; aber eben fo befrembtici) ift eS hoch auch,