Druckschrift 
7 (1839) Beobachtungen über das Gefühl des Schönen und Erhabenen Immanuel Kant's Kritik der Urtheilskraft
Entstehung
Seite
213
Einzelbild herunterladen
 

213

II. A6fchn. Sialeftif bec ä|Tf)ftifcI;cn Urtheilöftaft. §. ö~.

fofcm alle tiefe Vermögen ihre oberen fPrincipien a priori haben unb, gc-mdfj einer umumgdnglidjengorberung ber Vernunft, nad; tiefen fninci--pienaitcb unbedingt muffen urteilen mtb tf;r SDbject beflimmcn tonnen.

Sn Anfchung jmeier Antinomien, ber be§ theorctifchcn unb bevbeä vraftifdjen ®cbraud;§ jener oberen ©rfennhiifwcrmogcn, (jabenwir bie Unoerntcibltchfcit bprfelbcn, wenn bcrgletchen Urtljcilenid)t auf ein übcrftnntid)c5 ©ubjt-rat ber gegebenen Objecte, als(Mchcimmgen, jurücffchcn, bagegen aber and; bie Auflö§lid;fcitberfetben, fobalb ba§ Se^tere gcfd;iel)t, fcfyon anberwärtS gejeigf.S55a§ nun bie Antinomie im ©ebraud; ber UrtheitSfraft, gemafj bergorberung ber Vernunft, unb bereit hier gegebene Auftofung betrifft,fo gibt e§ fein anbereS Mittel, berfetben auSjuweichcn, al§ ent-weber ju leugnen, bajj bem aftf;ctifcl;cn @cfd;macf§urt()ci(c irgenbein fPrincip a priori junt ©runbe liege, -j-) bajj aller Anfpruch aufSüothwcnbigfeit allgemeiner Veiftimmung gruttblofer leerer 2Saf;nfei, unb ein ©cfrf?macf§urtl;eil nur fofern für richtig gehalten juwerben oerbiene, weil eS fid) trifft, bajj VieleinAnfehung beffelbeuübereinfommen, unb auch biefeä eigentlich nicht um bcSroillcn, weil manhinter biefer ©inftimmung ein fPrir.cip a priori oermuthet, fonbern,(wie im ©aumcngefchmatf,) weil bie<5ubjcctc jufdlligevSßcife gleidifbr-mig organifirt feien; ob er man müjjte annehmen, baf; ba§ ®cfchmac!f§»urtl)cit eigentlich e ' n oerffetf te§ Vernunfturtheil über bie an einem Singeunb bie Schiebung bc§ Mannigfaltigen in ihm jft einem jämeefe ent;beefte SSoUfommcnheit fei, mithin nur um ber Verworrenheit willen, biebiefer unferet SJcftcjrion anhängt, aftf>ctifcf) genannt werbe, ob e§gteid) im ©runbe telcologifch fei; in welchem gälte man bie Auflo =fimg ber Antinomie burch tranSfcenbenfale Sbccn für unnothig unbnichtig etflüren, unb fo mit ben Objecten ber ©inne nicht alsblofen ©rfcheinungen, fonbern auch al6 Singen an fiep felbft jene©cfd)macf6gcfehc bereinigen fonnte. 2Bie wenig aber bie eine fo =wohl, bie anbere Ausflucht v>erfdj>l«ge, ifl an mehreren Orlenin ber ©jepofition ber @cfd;macfs>urtheilc gezeigt worben.

t) [unb ju behauprettj ?