232 Ä'rirtf bec pcaEtifchen Vernunft. 1. Sf). II. 58. II. .fpptfL
in beiten auf gan$ ocrföhiebene 2frt ju einem ©anjen oerbunben»erben. 25er ©toifer behauptete, SEugenb fei baS ganje bbdt)flc©ut, unb ©lucffeligfeit nur baS 33en>uj)tfein beS ©eftfcerS berfeibcn,al§ jutn Suftanb beS ©ubjectS gehörig. 25er ©pifuräer behauptete,©Iücffeligfeit fei baS gattje hoch fte ©ut, unb Sugenb nur bicgönn ber SMajcime, ftch um fte ju bewerben, nämlich tm oerntmftigen ©ebraudfe ber SJfittel ju berfelben.
9lun ift aber auS ber 2fnalptif flar, baf? bie SRapimen berStugenb unb bie ber eigenen ©lüiffeligfeit in tfnfehung ihres oberfienpraftifdhen 5|)rincipS ganj ungleichartig ftnb, unb weit gefehlt, ein-hellig ju fein, ob fte gleich ju einem hodfjflen ©Uten gehören, umbaS ledere möglich ju machen, einanber in bemfclbeti ©ubjectc garfehr einfehränfen unb Abbruch thun. 2ll|o bleibt bie gragc: toieifi baS höthfle ©ut praftifch möglich? noch immer, umerachtet aller bisherigen KoalitionSoerfud)e, eine unaufgelöfteAufgabe. 25aS aber, maS fte ju einer fdjwer ju löfettben Aufgabemad)t, ifl tn ber Ulnalptif gegeben, nämlich baff ©lucffeligfeit unb©ittlichfeit jwei fpecififbh g<m h berfchiebene ©lern ent c beS l;öch=ften ©utS ftnb, unb Ihre Vcrbinbung alfo nicht analptifd) erfamtr»erben fönne, (bafi etwa ber, fo feine ©Iücffeligfeit fud;t, in tiefemfeinem Verhalten ftch burch blofe 2luflöfung feiner ^Begriffe tugenb;haft, ober ber, fo ber S£ugcnb folgt, fiel) im SBewufitfein einesfold;en Verhaltens fchon ipso facto glücflich ftnben »erbe,) fonberneine ©pnthefis ber ^Begriffe fei. äBeil aber biefe Verbinbuttg alsa priori, mithin praftifch notfjmenbig, folglich nicht als auS ber©rfahrung abgeleitet erfannt wirb, unb bie SDtöglichfeit beS h&d)fictt©utS alfo auf feinen cmpirifchen fPrincipien beruht, fo wirb bie25cbuction biefeS ^Begriffs tranSfcenbental fein muffen. ©Sift a priori (tnoralifch) nothwenbig, baS höchfle ©ut bttrebgrcil)eit beS SBillenS beroorjubringen*, cS mttft alfo auchbie Vebittgung ber Sftöglichfeit bcffelben lebiglid) auf ©rfenntnif-grunben a priori beruhen.