110 Äritif ber pwdi|'d;cn aSernuitft. I. St;- I. 53. 1. dpptjr. I 1
alä Siegel für ben SBiHen eines jeben vernünftigen SöefenS, in einerunb berfetben Stamme, mit fiel; felbft nicht jufammenftimmen fonne. |Sn ber Siaturerfcnntnijl finb bie 5)rincipien beffen, tva§ gefehlt, !(j. 23. ba» ^tincip ber ©leid;l)eit ber Söirfung unb ©egenmirfungin ber Siittheilung ber ^Bewegung) juglcid? ©efefje ber Statur; beim jber ©ebraud) ber 53crnunft ift bort theoretifd) unb burdE) bie S3e; I
fcfjaffenfjeit be§ Sbjectä beftimtnt. Sn ber praftifdhen ©rfenntnif f
b. i. beteiligen, welche e§ blo§ mit SScftimmungSgrünben be§ SSBite f
ju tl)im l;at, finb ©runbfdbe, bie man ftcf> mad;t, barum noch nicht |
©efeijc, barunter man uttvcrmeibltch ftcl)e, weil bie fßermmft im I
fPraftifchen e§ mit bem ©ubjecte ju tbun bat, ndmlicb bem SSegelj- I
rungSvermogen, nad) beffen befonberer 25cfchaffenl)eit fid) bie Siegel |i
vielfältig richten fann. ■— Sie praftifd)e Siegel ift jeberjeit einfPro: I
buct ber 53 er nun ft, weil fte ^anblung, al§ Stittcl jur SBirfimg, aß 1
ülbfidbt vorfebreibt. Siefe Siegel ift aber für ein SBefett, bei bem I
SSernunft nicht ganj allein 23eftimmttng§grunb bc§ 3BiIlen§ ifl, ein |
Smperativ b. i. eine Siegel, bie burd) ein ©ollen, welches bie 1
objective Stbthigutig ber ^anblung aubbrüeft, bezeichnet wirb, unb j
bebeutet, baf, wenn bie SSernunft ben SBtllen gdnjltd) befiimmte,bie ^anblung unausbleiblich nad) biefer Siegel gegeben würbe. SicSmperativen gelten alfo objcctiv, unb finb von Stammen, aß fub*jectiven ©runbfäben, gänzlich unterfebieben. Sene beflimmett aberentweber bie SSebingungen ber (Saufalitat bcS vernünftigen ÜBefenS,alS wirfenber Urfacf>e, bloS in ttnfehung ber SBirfung unb Buldttg-liebfett ju berfelben, ober fte befiimmett nur ben SBiHen, er mag jurJßitfung binreicbenb fein ober nicht. Sie erfteren würben bVP°Ü) C: i
ttfd)e Sntperative fein unb blofe SSorfd)riften ber ©efcbicflid)feit ent--halten; bie zweiten würben bagegen fategorifcb unb allein praftifchc©efebe fein. Stammen finb alfo jwar ©runbfäfce, aber nicht ,
Smperativen. Sie Stnperativen fclber aber, wenn fte bebingt |finb, b. i. nicht ben SEBillert fcblecbtl)in al§ SBiilcn, fonbern nur in |UCnfehung einer begehrten SBirfung bejltmmen, b. i. hbb°^ ct ’^ c jjSmpcrativen finb, finb jwar prabtifefte S3orfd)riften, aber feine I©efette. Sie letzteren muffen bett SBillen atö SBiUett, noch ehe ich |