(Übergang o. b. gern. fittl. SScrnunfterJenntnifj gur p()i(ofop^ifc^en. 21
£)ie Stage fei j. 58.: barf id>, wenn ich im ©ebrättge bin, nid;tein SSerfprechen tl;un, in ber 'tlbficht, eS nidjt ju galten? 3$mache l;ier leicht ben Unterfchieb, ben bie 33ebeutung ber Srage(jaben bann, ob eS flüglid), ober ob eS pflichtmäjiig fei, ein falfdjeSSSerfprechen ju tf)un. fDaS (Srfiere !ann ohne äwcifcl öfters Stattfinbert. 3war fel;e ich wol;l, baf 3 eS nid^t genug fei, mich ocrmit=teljt biefev 'tluSflucht auS einer gegenwärtigen S5ertegenf>eit ju giehen,fonbern wohl überlegt werben muffe, ob mir aus biefer SSüge nidtjthinterher oiel größere Ungetegenheit entspringen fönne, «IS bie finb,»on benen ich tnid) je|t befreie, unb ba bie folgen bet aller meiner»ermeinten ©dtjtauigfeit rtidjt fo leidet oorauSjufehen finb, baffnicht ein einmal oerlomeS Sutrauen mir weit nachteiliger werbentonnte, als alles Uebel, baS ich je|t ju öermeiben gebenfe, ob eSnicht flüglidtjcr gehanbelt fei, Riebet nach einer allgemeinenÜJfarime ju berfahren unb eS ftd; gut ©ewolmheit ju machen, nichtsju oerfprechen, «IS in ber 2lbfictjt, eS gu halten. Allein eS leudtjtetmir hier halb ein, bafi eine folchc üStarime hoch immer nur bieMöglichen folgen gum ©runbe habe. 9tun ift eS boch etwasgang ‘tlnbereS, auS Pflicht wahrhaft gu fein, als auS 33eforgnifs bernachtheiligen folgen; inbem im erften Salle ber 33egriff ber £anb ;lung an ftd) felbft fchon ein ©efefj für mich enthält, im gweitenicf) mich «Uererft anberwärtSljer umfehen muf, welche SBirfungenfür mich wohl bamit oerbunben fein möchten. Senn wenn id; oonbem fPrincip ber $Pflid;t abweiche, fo ift eS gang gewiß bofe 5 werbeich aber meiner SRapitne ber Klugheit abtrünnig, fo fann baS mirhoch manchmal fehr oortheilhaft fein, wiewohl es freilich fid)crer ift,bei ihr 51 t bleiben. Um inbeffen mich in 5Infehung ber 58canfwor=tung biefer Aufgabe, ob ein lügenhaftes SSerfprechen pflichtmäfjigfei, auf bie allerfürgejte unb boch untrügliche "Uvt gu belehren, fofrage ich mich felbft: würbe ich wohl bamit gufrieben fein, bafjmeine SDtarime, (mich burch ein unwahres SSerfprechen auS SSerle=genheit gu jiel;en,) als ein allgemeines ©efetg (fowohl für mich, alstlnbere) gelten folle? unb würbe ich wohl gu mir fagen fönnen: esmag 3 ebermann ein unwahres S3erfprechen thun, wenn er fich in