Einst kam Viktor von einem tagelangcn Spaziergängezurück, als ihm Marie mit einem Briefchen von Matthieuathemlos entgegen lief. ES stand die Frage darin, ob erihn und seine Schwester nicht heute über St. Lüne bis nachKufsewiz begleiten wollte. Das Laufen Mariens hatte blosvon einem reichen Botenlohn und Gnadcngeldc Matzens her-gerührt, der arme Leute oft zugleich beschenkte und pcrsiflirte,wie er seine Schwester zugleich liebenswürdig und lächerlichfand. Leuten, die ihn kannten, kam er daher komisch vor,wenn er ernsthaft scyn mußte. Aber Viktor sagte Nein zurMitrcise; was recht gut war, denn beide waren ohnehinschon fort. Ich kann nicht bestimmen, ob's nach 2 oder nach3 Tagen war, daß sie wiedcrkamcn, die Schwester mit demkältesten Gesichte gegen ihn, und der Bruder mit dem wärm-sten. Er konnte sich diese doppelte Temperatur nicht ganzerklären, sondern nur halb ctwan aus Entdeckungen, diebeide bei Tvstato und dem Grafen O. über seine Verkleidungund sein Budcn-Drama könnte» gemacht haben. Bisher warJoachimcns Zürnen immer erst eine Folge des seinigen ge-wesen: setzo war's umgekehrt; dicß verdroß ihn aber sehr.
Einige Tage darauf stand er mit der Fürstin und mitJoachimen in einem Fenster des ministerialischen I-mn-rs.Die Unterhaltung war lebhaft genug; die Fürstin überzähltedie Buden ans dem Markte, Joachime sah dem schnellenZickzack einer Schwalbe nach, Viktor stand heimlich aufEinem Beine (das andere stellt' er nur zum Schein undunbeladcn auf den Boden), um zu versuchen, wie lang'er's auöhalte. Auf einmal sagte die Fürstin: „heilige Maria!„wie kann man doch ein armes Kind so cingcspcrrt in einem„Kasten herumtragen!" Sie guckten alle auf die Straße.