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4 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : zweites Heftlein
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nach unscrm dunkeln Tag die Sonne durchglüheud unter-gehen und uns den heitern stillen Sabbathtag der Mensch-heit hinter der letzten Wolke versprechen; aber unsre Nach-kommenschaft geht noch durch eine Nacht voll Wind und durcheinen Nebel voll Gift, bis endlich über eine glücklichere Erdeein ewiger Morgenwind voll Blütcngcister, vor der Sonneziehend, alle Wolken verdrängend, an Menschen ohne Seuf-zer weht. Die Astronomie verspricht der Erde eine ewigeFrühling-Tag- und Nachtgleiche; und die Geschichte ver-spricht ihr eine höhere: vielleicht fallen beide ewige Frühlingein einander.

Wir Niedergesenkte, da der Mensch unter den Menschenverschwindet, müssen uns vor der Menschheit erheben. Wennich an die Griechen denke: so seh' ich, daß unsere Hoffnun-gen schneller gehen, als das Schicksal. - Wie man mitLichtern Nachts über die Alpen von Eis reiset, um nicht vorden Abgründen und vor dem langen Wege zu erschrecken: solegt das Schicksal Nacht um uns, und reicht uns nur Fackelnfür den nächsten Weg, damit wir uns nicht betrüben überdie Klüfte der Zukunft und über die Entfernung des Ziels.

Es gab Jahrhunderte, wo die Menschheit mit verbundnenAugen geführt wurde von einem Gefängniß ins andere;

eS gab andere Jahrhunderte, wo Gespenster die ganzeNacht polterten und umstürzten, und am Morgen war nichtsverrückt; es kann keine andern Jahrhunderte geben, als solche,wo Einzelwesen sterben, wenn Völker steigen, wo Völkerzerfallen, wenn das Menschengeschlecht steigt; wo dieses selber

Denn nach 400,000 Jahren steht die Erdarc, wie Jupiterjetzt, senkrecht auf ihrer Bahn.