228
tigen Kriege zählen. Dieses lange Gewitter, das schon seitsechs Jahrtausenden über unserer Kugel steht, stürmt fort,bis Wolken und Erde einander mit einem gleichen Maßvon Blitzmatcric vvllgeschlagcn haben.
Alle Völker werden nur in gemeinschaftlicher Auf-brausnng hell; und der Niederschlag ist Blut und Todtcn-knochen. Wäre die Erde um die Hälfte verengert: so wäreauch die Zeit ihrer moralischen — und physischen — Ent-wickelung um die Hälfte verkürzt.
Mit den Kriegen sind die stärksten Hemmkctten der Wis-senschaften abgeschnitten. Sonst waren Kriegsmaschinen dieSäcmaschincn neuer Kenntnisse, indeß sic alte Ernte» unter-drückten; jetzo ist'ö die Presse, die den Samcnstaub weiterund sanfter wirft. Statt eines Alexanders brauchte nunGriechenland nichts nach Asien zu schicke», als einen —Setzer; der Eroberer pelzet, der Schriftsteller säet.
Es ist eine Eigenheit der Aufklärung, daß sie, ob siegleich, den Einzelwesen noch die Täuschung und Schwächedes Lasters möglich lässet, doch Völker von Kompagnie-La-stern und von Nazionaltäuschungen — z. B. von Strand-recht, Seeraub — erlöset. Die besten und schlimmsten Tha-ten begehen wir in Gesellschaft; ein Beispiel ist der Krieg.Der Ncgcrhandel muß in unfern Tagen, cS müßte dennder Untcrthancnhandcl anfangen, aufhören.
Die höchsten steilsten Thronen stehen wie die höchstenBerge in den wärmsten Ländern. Die politischen Bergewerden wie die physischen täglich kürzer (zumal wenn sie
2>n Jahr 1792 geschrieben.