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4 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : zweites Heftlein
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die trüben Szenen der Bühne, und weinte noch fort, als sichauf ihr schon die frohen entwickelten.

Zu Hause machte er seine Gchirnfibern zu AriadnesFäden, um aus dem Labyrinth der Ursachen ihres Kummers,und besonders des neuen, zu kommen, der sie bei seiner Er-öffnung zu befallen geschienen. Aber er blieb im Labyrinth:freilich erzeugte Gram die Krankheit, aber wer erzeugte denGram? Es wäre schlimm für diese armen zarten Schmet-terlinge, wenn mehr als Einen tödtlichcn Kummer gäbe;in jeder Gaffe, in jedem Hause findest du eine Frau odereine Tochter, die in die Kirche oder ins Trauerspiel gehenmuß, um zu seufzen, und die ins obere Stockwerk steigenmuß, um zu weinen; aber dieser aufgehäufte Kummer wirdlächelnd verschmerzt, und die Jahre nehmen lange neben denThräncn zu. Hingegen einen gibt'S, der sie abbricht denkedaran, lieber Viktor, in den freudigen Stunden deiner Viel-Liebe, und denket ihr alle daran, die ihr einem solchen wei-chen Geschöpf das schlagende Herz aus der Brust mit war-men liebenden Händen ziehet, um es in eure neben euremeignen Herzen aufzunehmen und ewig zu erwärmen! Wennihr dann dieses heiße Herz, wie einen Schmctterlinghonig-rüsscl, ausgerissen hinwerfct: so zuckt cs noch wie dieser fort,aber es erkaltet dann und schlägt nicht lange mehr.

Unglückliche Liebe war also der nagende Honigthau aufdieser Blume, schloß Sebastian. Natürlich dacht' er an sichzuerst; aber schon längst hatten ihn alle seine feinsten Be-obachtungen, seine ihm jetzt geläufigen Rikoschet-Blickeaus dem Augenwinkel überwiesen, daß er die Auszeich-nung, die sic ihm nicht versagte, mehr ihrer Unparteilichkeitals ihrer Neigung zuzuschreiben habe. Wer sonst am