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Dann war eö gut, daß an einem ähnlichen solchen Abendkein Kammcrhcrr, kein Weltmensch im Erker stand, wenngerade die arme Marie — ans welche das vorige Leben wieeine erdrückende Lavine hcrübcrgestürzt ist — seine Frühstück-Befehle begehrte: denn er stand, ohne einen Tropfen abzu-wischcn, freundlich auf, und ging ihr entgegen, und faßteihre weiche, aber rothgearbeitcte Hand, die sie aus Furchtnicht wegzog — wicwol sie aus Furcht ihr gegen die Hoff-nung versteinertes Gesicht abdrchte — und sagte dann, in-dem er sanft ihre Augcnbrauncn wagrecht strich, mit seineraus dem gcrührtesten Herzen steigenden Stimme: „Du arme„Marie, sag' mir was — du hast wol wenig Freude — in„deine guten Augen kommt wol wenig mehr, was sie gerne„scheu, wcnn's nicht deine Thränen sind? — Du Liebe,„warum hast du keinen Muth zu mir, warum sagst du dci-„ncn Gram nicht mir? Du gutes gemartertes Herz — ich„will für dich sprechen, für dich handeln — sag' mir, was„dich drückt, und wenn cs dir einmal an einem Abend zu„schwer wird und du drunten nicht weinen darfst, so komm„herauf zu mir . . schau' mich sctzo frei an . . wahrlich ich„vergieße Thränen mit dir, und ich will mich den Henker„um alles schceren." — Ob sie cs gleich für unhöflich hielt,vor einem so vornehmen Herrn zu weinen: so war ihr'sdoch unmöglich, durch die gewaltsame Abbeugung des Gesichtsalle Thränen, die seine Zunge voll Liebe in Bächen aus ihrpreßte, zu entfernen .... Verübelt eS seiner übcrwallcndenSeele nicht, daß er dann seinen heißen Mund an ihre kal-ten verachteten und ohne Widerstand bebenden Lippen drückte,und zu ihr sagte: o! warum sind wir Menschen so unglück-lich, wenn wir zu weich sind? — In seinem Zimmer schien