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tcrmaüken, wodurch wir das Aeußcre der Tugend schönertreffen, ist mit einer ähnlichen des Theaters gleichzeitig, aufdem man nicht mehr wie sonst mit papicrnen Kleidernund unächtcn Tressen, sondern mit ächten agirt undtragirt. —
„Sie wurden schon gestern von der Fürstin verlangt,"sagte der Fürst zum HosmedikuS, da er mit seinem auSge-leerten Gesicht kaum eingctreten war. Die AugcncntzündungAgnola's hatte durch das Hertstwctter, durch die Nachtfeste,durch Kuhlpcppcrs tapfere Hand und durch ihre eigne —denn die rothcn Titclbuchstaben der Schönheit, nämlich ge-schminkte Wangen, wurden immer neu aufgelegt — sehr zn-genommcn. Eigentlich war Viktor zu stolz, um sich als einenbloßen Arzt begehren zu lassen; ja er war zu stolz, um ansich etwas anders (und wär's Philosophie, oder Schönheit)suchen zu lassen, als seinen Charakter; denn sein Vater, dereben so zartstolz war, hatte ihn gelehrt, man muß keinemdienen, der uns nicht achtet, oder den man selber nicht achtet,ja man muß von keinem eine Gefälligkeit annehmcn, demman nur einen äußerlichen, aber keinen innerlichen Dank zusagen vermag. Aber dieses zarte Ehrgefühl, das nie mitseinem Eigennutze, wol aber mit seiner Menschenliebe inungleiche Treffen kam, konnte ihm seine Hände nicht binden,womit er einer unglücklichen Fürstin — unglücklich, wie er,durch Darben an Liebe — wenigstens die Schmerzen derAugen nehmen konnte; vielleicht auch jüngere Schmerzen:denn seine Gutmüthigkcit gab ihm lauter Versöhnungen ein,des Fürsten mit Le Baut, mit der Fürstin, mit dem Mi-nister. Nichts ist gefährlicher, als zwei Menschen auszu-