— er wiederholte immer: „aber sie blieb getreu und sagte
Nein, Nein, Nein" — die Konzerttöne wehten ihm nach,wie Feuer dem, der es besprochen — er watete durch nasseentschlummerte Fluren, die ihre Blumen verhüllten, undschneller als er strichen auf der Erde die Schattenrisse desoben vom Winde verfolgten Gewölkes dahin — er stand ander Warte, hielt jede Zähre noch und rannte hinauf — erwarf sich auf die Bank, wo er Klotilden zum crstenmale imWeißen Gewand von ferne gesehen — „Ruhe du auch, Ho-rion!" hatte sie aus seinem Traume ihm unter dem Blu-mcnhügcl zugcrufen, und er hörte es wieder.-
Hier riß er freudig alle seine Wunden auf und ließ siefrei hinblutcn in Thränen — sie überzogen mit trüben Strö-men das Angesicht, das sonst oft gclächclt hatte, aber immergutmüthig, und das andern keine abgepresset, sondern abge-trocknet hatte — jede Fluth war eine weggehobnc Last, aberdas Herz wurde darauf wieder schwer und vergoß die neue.
— Endlich könnt' er die Töne wieder hören, die meistensanken unter, eh' sie an den Thurm geflossen waren, kleinekamen sterbend an und zergingen in seinem dunkeln Herzen
— jeder Ton war eine fallende Thräne und machte ihnleichter und sprach seinen Kummer aus — der Garten schienaus sanft ertönenden, gebrochen-übcrdämmerten, dunkelgrü-nen Schattcnwogen zu bestehen — er riß, von Erinnerunggestochen, das Auge davon weg: „was geht er mich mehran" dacht' er. Aber endlich stieg aus diesem Schatten-Edenund aus der Viole d'Amour das Lied „Vergiß mein nicht"zu seinem müden Herzen auf, und gab ihm wieder den sanf-ter» Schmerz und die vergangne Liebe. „Nein, sagt' er, ich„vergesse dein auch nicht, ob du mich gleich nicht geliebt —