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4 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : zweites Heftlein
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Viktor kniete überwältigt von Hochachtung und Wonne vor deredeln Seele nieder, und verlor sich in die dämmernde weinendeGestalt und in die weinenden Töne. Und da er endlich ihreZüge erblasset sah, weil das grüne Laub mit einem todtenfarbigenWiedcrschein der Lampen ihre Lippen und Wangen überdeckteund da sein Traum und die Klotilde wieder erschien, die darinunter den blumigen Hügel versunken war und da seineSeele zerrann in Träume, in Schmerzen, in Freuden und inWünsche für die Gestalt, die ihr Wiegenfest mit andächtigenThräncn heiligte: o war es da zu seinem Zergehen nochnöthig, daß die Violine ausklang, und daß die zweite Har-monika, die Viole d'Amour, ihre Sphären-Akkorde an dasnackte, entzündete, zuckende Herz absandte? O! der Schmerzder Wonne befriedigte ihn, und er dankte dem Schöpfer die-ses melodischen Edens, daß er mit den höchsten Tönen sei-ner Harmonika, die das Herz des Menschen mit unbekanntenKräften in Thränen zersplittern, wie hohe Töne Gläser zer-sprengen, endlich seinen Busen, seine Seufzer und seine Thrä-nen erschöpfte: unter diesen Tönen, nach diesen Tönen gabes keine Worte mehr; die volle Seele wurde von Laub undNacht und Thränen zugehüllt das sprachlose Herz sogschwellend die Töne in sich, und hielt die äußern für innere und zuletzt spielten die Töne nur leise wie Zephyre umden Wonneschlaftrunknen, und bloö im sterbenden Innernstammelte noch der übcrselige Wunsch:ach Klotilde, könnt'ich dir heute dieses stumme, glühende Herz hingeben achkönnt' ich an diesem unvergänglichen Himmclsabend, mit die-ser zitternden Seele sterbend vor deine Füße sinken und die

Worte sagen: ich liebe dich!"-

Und als er an ihren Festtag dachte und an ihren Brief