Druckschrift 
4 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : zweites Heftlein
Entstehung
Seite
68
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Schlechte Relazion aus der Bittschrift der Ober-jägermeisterci.

Da das Wild nicht lesen und schreiben könnte: so seies die Pflicht der Jägermeistern, die es könnte, für dasselbezu schreiben und nach Gewissen einzubcrichtcn, daß allesFlachsenstngische Wild unter dem Drucke des Bauers schmachte,sowol Roth- als Schwarzwildpret. Einem Oberförster blutedas Herz, wenn er Nachts draußen stehe und sehe, wie dasLandvolk aus unglaublicher Mißgunst gegen das Hirschvichdie ganze Nacht in der größten Kälte neben den FeldernLärm und Feuer machte, pfiffe, sänge, schösse, damit dasarme Wild nichts fräße. Solchen harten Herzen sei eS nichtgegeben, zu bedenken, daß, wenn man um ihre Kartoffcltische(wie sie um ihre Kartoffelfelder) eben solche Schützen undPfeifer lagerte, die ihnen jede Kartoffel vom Munde wcg-schössen, daß sie dann mager werden müßten. Daher seieben das Wild so hager, weil cs sich erst langsam darangewöhne, wie Regimcntpferde den Hafer von einer gerühr-ten Trommel zu fressen. Die Hirsche müßten oft meilen-weit gehen wie einer, der in Paris sein Frühstück ausAubergcn zusammcnhole um in ein Krautfeld, das keinesolche Küstcnbewahrer und Widerparte des Wilds umstellen,endlich einzulaufcn, und sich da recht satt zu fressen. DieHundssungcn sagten daher mit Recht, sie zerträten in EinerParforcejagd mehr Getraidc, als das Wild die ganze Wocheabzusressen bekomme- Dieses und nichts anders seien dieGründe, welche die Oberjägcrmcistcrci bewogen hätten, beiSr. Durchlaucht mit der unterthänigen Bitte einzukommen,