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4 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : zweites Heftlein
Entstehung
Seite
18
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nicht oft bewillkommcn und aushörcn! Doch für Klotildewar dieser Hausfreund nichts als eine ausgcpolstcrtc Mumie,und sie wußte nicht, kam er oder ging er.

Sebastian wurde als Adoptivsohn des Glücks, als Erbedes väterlichen Günstling-Postens, heute von der Kammer-Herrschaft ungemein verbindlich empfangen. Wahrhaftig, wennder Hofmann Unglückliche sticht, weil ihm das Mitlcidcn zuheftig zusctzt, so drängt er sich gern um Glückliche, weil erMitfreudc genießen will. Der Kammerherr, der sich nochvor dem verbeugte, der in seinem Sturze vom Thron mittenLn der Luft hing, bückte sich natürlicherweise vor dem nochtiefer nieder, der in der entgegengesetzten Fahrt begriffen war.

Viktor stellte sich zu den Weibern, aber mit einem aufsSchachbrcttchen irrenden Auge, um, wenn er verlegen wäre,sogleich einen Vorwand der veränderten Aufmerksamkeit oderdes Wegtretcns bei der Hand zu haben. Es war gescheidt:denn jedes Wort, das er und die Weiber sprachen, war einSchachzug; er mußte gegen die Le Baut was wußte diese,daß einer Mutter nichts schöner stehe als eine vollkommeneTochter? d. h. gegen die Stiefmutter seine Kälte undgegen die Stieftochter feine Wärme verdecken. Der Leserfrage nicht: was konnte denn die alte Stiefmutter für Wärmebegehren? Denn in den höhern Ständen werden die An-sprüche durch Blutverwandtschaft und Alter nicht geändert; bloö in niedern werden sie es daher befürcht' ich alle-mal, das, was ich der Tochter vortrage, langweile die Mut-ter, und ich fange mit Recht, wenn diese kömmt, nach einembessern Rcdcfaden. Viktor verbarg seine Kälte leicht ausjener Menschenliebe, die bei ihm so oft in zu gutherzigeSchmeichelei unmoralischer Hoffnungen auöartete; und wenn