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4 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : zweites Heftlein
Entstehung
Seite
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und sci'n Haus und sein Berg: so breitete die Freundschaftund die Vergangenheit auf dem schönsten Auge, worübernoch ein Augcnbraunenbogcn, aus einer Schönheitlinie gezo-gen, floß, einen sanften Schimmer aus, der jeden Augen-blick zur Frcudcnthräne werden wollte. Doch mußte er zueiner andern werden, als Viktor der Frage um seine Ge-sundheit, welche Klotilde hoffend an ihn als Kunstverständi-gen that, die Antwort der leis' umschriebenen Geschichte sei-nes nächtlichen Blutens geben mußte. Er konnte den Schmerzdes Mitlcidens nicht verhehlen, und Klotilde könnt' ihnnicht bezwingen. O ihr zwei guten Seelen! welche Quetsch-wunden wird euer Herz noch von eurem großen Freundempfangen!

Wohin anders konnte sie jetzt ihr liebendes und trauern-des Auge als gegen ihren guten Bruder Flamin hinkehren,gegen den ihr Betragen durch den doppelten Zwang, den ihrihre Verschwiegenheit und seine Auslegungen anlegten, bis-her so unbeschreiblich mild geworden war? Da nun Vik-tor das alles mit so ganz andern Augen sah; da er seinemarmen Freund, der mit seinem gegenwärtigen Glück vielleichtdie giftige Nahrung seiner künftigen Eifersucht vergrößerte,offen und heftend in das feste Angesicht schauete, das einstschwere Tage zerreißen konnten; da ihn überhaupt künftigeoder vergangne Leiden des andern mehr angriffen, alsgegenwärtige, weil ihn die Phantasie mehr in der Gewalthatte als die Sinne: so könnt' er einen Augenblick die Herr-schaft über seine Augen nicht behaupten, sondern sie legtenihren Blick, von mitleidigen Thränen umgeben, zärtlich aufseinen Freund. Klotilde wurde über den Ruheplatz seinesBlickes verlegen er auch, weil der Mensch sich der heftig-