6
— Aber in den Garten! — Das war unüberlegt.Flamin ging nach, und sie langten mit einander im Laub-Kloset vor den Theetrinkerinnen an. Niemals verschattctendie Zweige desselben ein verlegneres Gesicht, weichere Augen,vollere Blicke und lebhaftere oder schönere Träume, alsViktor darunter mitbrachte. Er dachte sich setzo Klvtildeals ein ganz neues Wesen, und dachte also — da er nichtwußte, ob sie ihn liebe — recht dumm; der Mensch achtetallezeit, wenn er den Berg überstiegen hat, den kommendenHügel für nichts; Flamin war sein Berg gewesen und Klo-tildc sein Hügel. — In allen Gespräch-Untiefen, wo manschon halb im Sitzen oder Sinken ist, gibt's keine herrlichereSchiffpumpe, als eine Historie, die man zu erzählen hat.Man gebe mir Verlegenheit und den größten Zirkel undnur Ein Unglück, nämlich die Anekdote davon, die noch kei-ner weiß als ich, so will ich mich schon retten. Viktorbrachte also seinen Schwimmgürtel heraus, nämlich seinSchifftagebuch, auö dem er für die Laube einen pragmati-schen Auszug machte — ich gesteh' es, ein Zeitungschreiberhätte mehr verfälschen, aber schwerlich mehr weglassen können.
Er that sich, glaub' ich, wieder Vorschub bei der Ka-plänin und noch mehr Schaden bei Klotilden — so sehr erauch nur aus Wohlwollen für die Zuhörer und aus zu star-kem Haß des Hofes gegen Klotildens Satiren-Verbot inihrem Briefe verstieß — dadurch »»bezweifelt, daß er —da überhaupt die Mädchen nur den Spott, nicht die Spöt-ter lieben — die Bcnefizkomödie der Prinzessin nicht vonder erhabenen Seite darstellte, wie ich, sondern von derlustigen: Klvtilde lächelte, und Agathe lachte.
Da aber der Name Emanuel von ihm genannt wurde,