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Brief an Euch in des Vaters Stube; Thrinen's Syndikus hat ihn miteinem eigenen Buten gesendet."
Heinrich entfärbte sich bei dieser Nachricht, und Beide, ohne sonstein einzig Wart zn sagen, gingen wieder auseinander.
Der Bries aber war von Heinricl/s Mutter. Zitternd entfaltete erihn, und las, wie folgt: „Lieber Sohn! Du schreibst ohnedem so selten,und dann wieder so kurz, daß wir nicht wissen, wie es Dir geht, oderwas Dir fehlt, damit wir es Dir schicken. Und Vonwegen Du geschrie-ben, so läßt Dich der Herr Pfarrer grüßen, und Dir sagen, daß cs wirk-lich in der Traumatrikel der Kirche zn Grünberg steht, daß Dein Urgroß-vater Melchior im Jahre Christi 1719 mit der tugendhaften JungfrauAngelika Scharnast ehelich copulirt worden ist, welche die Tochter desObristen Julius Scharnast gewesen ist. Der Obrist aber war gar einGraf gewesen, che er gekommen ist, aber das steht nicht darinnen, son-dern wenn Du es wissen willst, wie sich Alles begeben hat, so meint derHerr Pfarrer, dieses werde im Amte zu Grünberg ausgeschrieben sein,und daß Du es Dir sollst aufschlagen lassen. Oder wenn cs nicht aus-geschrieben ist, so hat schon der vorvorige Syndikus zu Deinem Vatergesagt, daß verschlossene Schriften von dem Obrist im Amtsgewölbe lie-gen, aber es ist wieder Alles beim Alte» geblieben. Wenn es zu DeinemFortkommen dienlich ist, so komme lieber selber, und sehe Alles an.Deine Schwester ist wieder sehr krank gewesen, nun aber schon besser.Die Kiste mit den Kräutern haben wir an den Boten abgegeben, aber eswäre uns lieber, wenn Du doch etwas Anderes thätcst, und Dich znetwas Andern! wendetest, allein Du wirst es schon selbst am besten ver-stehen. Ich grüße Dich mit meinem ganzen Mutterhcrzen, die Schwe-ster grüßt Dich auch, und so behüte Dich Gott, und ich bleibe Deinetreue Mutter, Magdalena."
Heinrich legte den Brief wieder zusammen, und war er bei dessenEntfaltung blaß gewesen, so wurde er nur nach dessen Lesung flammendroth. Es wären fast Thränen der Rührung über die guten einfältigenWorte der Mutter hervorgebrochen — aber er hatte jetzt nicht Zeit, son-dern mit äußerster Hast lief er wieder in seine Stube, packte noch in EileAlles zusammen, was herum lag, und versah cs mit Aufschriften, daßes der Bote»-Simon am künftigen Montage mit sich fortuehme; denKoffer mit seinen Kleidern gab er einem Schubkarrenführer aus der
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