Neunter Auftritt.
Sprosser, v. Simpel. Spargut. Warnick.
Luise. Hanptmanu Hohwald.
Luise <»,lt Würde). Meine Herren, Sie haben michin die Lage versetzt, daß ich Ihnen unangenehme Dingesagen muß. Bei Ihnen, Herr Sprosser, will ich anfan-gen. Sie rühmen sich, wie ich höre, daß Sie Gunstbe-zeugungen und Briefe von mir erhalten hätten. Ich ford'reSie jetzt auf, diese Prahlerei in meiner Gegenwart zuwiederholen.
Sprosser. O Sie, böser Hauptmann! Mußten Siedenn auch gleich solche Scherzrcden wieder plaudern?
Hauptmann. Die unedelste Art zu scherzen, die ichkenne, wenn man die Ehre eines Frauenzimmers zum Ge-genstand macht.
Luise. Ich bin dadurch aufs empfindlichste beleidigt,werde mich aber in keinen Wortwechsel einlassen, und habeIhnen aus der Welt nichts mehr zu sagen, als das: Hierist die Thüre!
Sprosser. Ja, wie ich sehe. (In, Abgcben.) Glück-liche Vermählung mit dem Herrn Hauptmann!
Hauptmann. Unverschämtheit ohne Gleichen!
Luise. Nun ein Wort mit Ihnen, Herr Spargut.Ihr possierlicher Aufzug bewährt die Wahrheit des Spruch-worts, daß Alter nicht vor Thorhcit hilft. Für die unan-genehmen Augenblicke, die Sie mir oft durch Ihre Liebes-anträge gemacht haben, sind Sic durch die Unfälle desheutigen Tages genug gestraft. Ich will Ihnen daherweiter keine Vorwürfe machen, sondern Sie nur bitten,künftig blvs als schlichter Geschäftsmann, nie aber wiederals zärtlicher Schäfer zu mir zu kommen.