-»§> 419
Spar gut. Ist deine Mamsell hier?
Suschen. Sie wird gleich kommen. Verziehen Sienur ein wenig hier im Kabinet.
Spar gut. Gut, gut, liebes Suschen: hier sind einpaar Dreier für deine Mühe. Ich wollte dir gern mehrgeben; aber es sind jetzt gar zu geldklemme Zeiten. Derheutige Tag ist besonders ein Unglückstag für mich. Frühstreifelte mich die Accise; dann prügelte mir Sprosser hun-dert Thaler ab, und jetzt — ach ich armer Mann! —bin ich gar in meinem Hause bestohlen worden.
Suschen. Ist das möglich?
Spargut. Leider! leider! hat, indem ich vorhin hierwar, eine verruchte Hand meinen Schrank erbrochen undmir mein Ein und mein Alles, hundert blanke Louisd'orsgenommen.
Suschen. Haben Sie denn gar keine Spur?
Spar gut. Nicht die geringste. Die Nachbarn habenNiemand, als meinen Vetter im Hanse gesehen.
Suschen. Der wird doch nicht etwa —
SPargut. Ach, das gute Kind! Eher glaubt' ich,daß ich mich selbst bestohlen hätte. Der gute Mensch gehtalle Sonntage Vor - und.Nachmittags in die Kirche, singtund betet fleißig, hört aufmerksam auf Gottes Wort, be-sucht keine liederliche Gesellschaften, und ist kurz! ein from-mer, stiller Jüngling, der —
Suschen (praktizirt ihm, indem es so spricht, zwei sil-berne Löffel in die Tasche).
Spargut. Sage mir nur, Mädel, was du mir daam Schubsacke herum krabbelst? Was willst du denn?was suchst du denn?
Suschen. Nichts, nichts; ich brachte nur Ihre Rock-salten ein wenig in Ordnung. — Nun fir ins Kabinet,