Simpel. Wie sind denn die Pflaumen hier gerathen?Bei uns gabs viel Zeugs; aber der Tcutschel weiß, Sicwurden gar nicht süß, lösten sich nicht vom Kerne.
Luise. Die Obstweiber unter meinem Fenster führtendie nämlichen Klagen.
».Simpel. O verzeihen Sie, meine Thcuerstc, daßSie mein Bruder mit solchem Geschwätz heimsucht. Las-sen Sie uns etwas Interessanteres sprechen. Haben Sieschon in den Zeitungen gelesen, was die Königin vonFrankreich jetzt für eine neue Art von Band trägt?
Luise. Nein; und ich muß auch gestehen, daß michdas weniger, als Ihres Herrn Bruders Pflaumennach-richten interessirt. ,
Simpel (bezeugt hinter feines Bruders Nucken Freude).Ja, mit Pflaumen nähren sich Menschen und Vieh —
Luise. Aber mit Bändern nicht. Sie haben vollkom-men Recht.
Simpel (schmunzelt).
v. Simpel. Es regiert heute ein unglückliches Ge-stirn, daß ich nichts, Ihres Beifalls würdig, sprechen kann.
Luise. Die armen Sterne sind wirklich nicht Schuld.
».Simpel. Ich wünsche Ihnen einige Worte ohneZeugen zu sagen.
Luise. So? — Nun ich kann doch wohl den gegen-wärtigen Zeugen nicht abtrctcn heißen.
v. Simpel. Er wird sich für dießmal wieder beur-lauben; nächstens aber —
Luise. Wie es beliebt.
v. Simpel (leinen Bruder anstoßend, halblaut». NimmAbschied!
Simpel (bückt sich, wie anfangs). Eins, zwei, drei.Empfehle mich.