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und das gab' einen unsterblichen Proceß. Nein, ich weißein kürzeres Mittel; cs heißt — Entführung."
Der Junker entsetzte sich, daß er zusammen fuhr.
„Das Wort erschreckt, doch die Sache ist leicht;" sagteSchnäbler- „Man hat von Rothstein aus nur zwei Meilenbis über die Gränze. Einen Katzensprung jenseit, imDorfe Fichtenhain, wohnt ein Pfarrer, der vormals beidem Regimente, worin ich diente, Fcldprcdiger und einlustiger Bruder war. Immer in Gcldnoth, verbessert erjetzt gelegentlich seine Umstände durch geheime Trauungen,die ihm gut bezahlt werden, und seine Obern sehen ihmdurch die Finger, weil er von den geringen Einkünftenseiner Pfarre nicht leben kann. — Mit diesem thenrrnKirchenlehrer will ich den Handel für dich abschließen. Ihrfahrt hernach, bei Nacht zu ihm hin, werdet getraut, kommtnach Rothstein zurück, und stellt euch dem Obersten, wenner sich am Morgen aus dem Bett erheht, als Ehegattenvor. Er donnert und wettert euch an, grisgramt einehalbe Stunde, und läßt sich dann, was nicht zu ändernist, in Gnaden gefallen." —
Dieser Plan schien dem feigen Tobias sehr kühn undbedenklich; als ihm aber Schnäbler alle Einwendungen,die er dagegen vorbrachte, beherzt widerlegte, ward er amEnde selbst muthig, und gab seinem Freunde Vollmacht,mit dem Fräulein in seinem Namen zu unterhandeln.
„Den Gefallen muß ich dir freilich thun;" sagte Schnäb-ler: „denn du darfst dich vor der Hand in Rothsteinnicht weiter sehen lassen, damit der alte Herr nicht etwaWind von der Sache bekommt."
Der thätige Unterhändler ritt nun drei Wochen langhin und her. In der ersten Woche wollte sich Rosalie,laut seiner Berichte, noch gar nicht recht zur Heirath ent-