Druckschrift 
5 (1847) Franz und Rosalie. Magister Zimpels Brautfahrt
Entstehung
Seite
246
Einzelbild herunterladen
 

-OZ» 246 Ge-

langen Bart; er wollte damit andeuten, daß sich das Kinddavor scheue. Dann drückte er uns die Hand, sprach mitfreundlichem Gesicht einige mir unverständliche Worte,schwang sich aus sein Roß und ritt von dannen.

So ging also die furchtbare Erscheinung schneller undglücklicher vorüber, als der Herr Quartiermeister wahr-scheinlich erwartet hatte. Er behielt mich auch nachher beijedem Dnrchzuge fremder Truppen in hämischem Andenken.Aber cs gelang ihm nie wieder, mich zu erschrecken undin Verlegenheit zu setzen, indem ein gefälliger Nachbargegen eine sehr mäßige Vergütung die Mühe übernahm,die mir zugcwiesenen Kriegsgäste zu beherbergen und zuverpflegen.

14.

Mancher Leser wird sich wundern, daß ich öffentlich denMuth habe, mich so deutsch von der Leber weg über einengewaltigen Mann zu beklagen. Solche Frcimüthigkeit wirdoft hart geahndet, kostet bisweilen wohl gar den Hals;doch mir kann sie keine Gefahr bringen; denn che meinehäusliche Chronik unter die Presse kommt, bin ich ausder Presse des Herrn Stadtrichtcrs heraus. Der Oheimmeiner Johanna befreite mich aus den Händen des Drän-gers; nur leider auf eine traurige Art durch seinenTod. Sanft verschied er im Christmonat 18l3 und setzteJohannen zur Erbin ein. Die Krone der Verlafsenschaftist ein schönes Landgut, von dessen Einkünften wir genüg-samen Leute sehr anständig leben können. Ich bin daherentschlossen, mein mühseliges Schulamt niederzulegen undals freier Mann des Lebens zu genießen.

Meine Frau hatte Lust und Verlangen, unsere Renten