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5 (1847) Franz und Rosalie. Magister Zimpels Brautfahrt
Entstehung
Seite
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nicht. Steif, wie eine Drahtpuppe, saß ich da, und wenndie Thür aufging, ward ich roth. Die Museujünger beob-achteten mich und warfen sich Schalksblicke zu, die sich deut-lich auf mich bezogen. Meine Verlegenheit stieg mit jederMinute. Ich ließ mir, um mich zu beschäftigen, das Phi-listerlied in die Feder sagen: aber ich zitterte, daß ich kaumschreiben konnte und machte einen Tintenklecks über denandern.

Endlich kam die ängstlich erwartete Schöne. Es wareine angenehme Gestalt, die ein geschmackvolles Nciseklcidtrug und mit schelmischen feurigen Augen unter einemzierlich bebänderten Strohhute hcrvorsah. Die Studentensprangen auf, verbeugten sich ehrerbietig, erhielten abernur einen allgemeinen flüchtigen Gcgcngruß, in den sie sichtheilcn mußten. Ich hingegen genoß der Ehre, daß diejunge Dame mit den holdseligsten Verneigungen schnur-stracks auf mich zuging und mit melodischer Stimme sagte:sie freue sich außerordentlich, einen zwar neuen, doch über-aus wcrthen Freund ihres Bruders in mir zu begrüßen.Erglühend und Complimente stammelnd küßte ich ihr dieHand, ergriff den besten Stnhl, der zu haben war, stäubteihn sorgfältig ab und ersuchte sie, Platz zu nehmen. Aberich glaubte, mit diesen trocknen Höflichkeiten nicht genugzu thnn; ich hielt cs für nöthig, das liebe Frauenzimmer-chcn mit etwas zu bcwirthcn. Ich stürzte daher wasman im buchstäblichen Verstände stürzen nennt in dieKüche: denn ich fiel über einen auf der Schwelle liegendenPudel, den ich in der Eil' nicht bemerkt hatte. Doch wieein Wettcrstrahl fuhr ich wieder auf und bestellte zweiPonione» starken Kaffee, wobei ich alle Surrogate verbat.

Als dicß abgemacht war, eilte ich zurück in die Stube,und strengte mich weidlich an, die Dame gehöriger Maßen

Langbein'« säinmll. Schr. IX. Bb. 13