Gesellschaft machen sollte. Endlich hielt ich sie für herum-ziehende Comödiant en, und glaubte, sie hätten etwa in derNähe Schillers Räuber aufgcführt und sich sogleichnachher in ihren Theatcrtrachtcn auf den Postwagen gesetzt.
Ich gestehe offenherzig, daß ich Gaukler und Histrionennicht liebe; es war mir daher ungelegen, mit solchen Leu-ten in Bekanntschaft zu gcrathen. Allein ich hatte mich,wie ich von dem Postschreibcr erfuhr, in meiner Vermu-thung geirrt, ohne dadurch eben viel gebessert zu scpn. Eswaren — Studenten. Doch gewissermaßen standen sic auchim Begriff, ein Schauspiel auszuführcn, indem sie sich alsakademische Raufbolde der Hauptstadt zeigen wollten. Ichzweifle nur, daß sie Lob und Beifall dort eincrndten werden.
Mit Saus und Braus traten sic in die Passagicrstube;ich aber schlüpfte durch eine Scitenthür hinaus, um sowenig als möglich mit ihnen zu schaffen zu haben. Ichhielt mich verborgen, bis die Pferde angespannt wurden.Dann begab ich mich still in den Wagen und verwies michfreiwillig ins Elend der Schoßkelle, weil ich voraus sah,daß mir die übermüthigc Jugend kein besseres Räumchengönnen würde. Kurz darauf stieß der Postillion ins Hornund die Herren Akademiker stiegen ein.
„Ei, seht doch," rief Einer, „da haben wir einen Reise-Prediger nnd finden ihn schon auf der Kanzel!" Ich nahmmich dieser Stichelei nicht an. „Den Gelehrten ist gutpredigen, Herr Magister!" sagte ein Zweiter. Ich ant-wortete nicht, dachte aber in meinem Herzen: ihr gutenBürschlein scpd noch tausend Meilen davon entfernt, Ge-lehrte zu scpn. „Es riecht nach Philistern!" sprach einDritter. „Nun, so laßt uns das Pbilisterlicd singen!"schrie ein Vierter. „Ja, das Phftistrrlied!" jauchzten Alleund Einer Hub an: