kehrte. Es kostete mich viel Ueberwindung, den gefährli-chen Menschen, der über alles, was um ihn her vorging,ein Buch in den Druck geben wollte, zum nähern Ver-trauten meines Elends zu machen; aber ich wußte mirnicht anders zu helfen. „Bester Herr Litcratus," rief ich,„haben Sie doch die Gefälligkeit, mir meinen Reiseman-tel recht geschwind aus dem Wagen zu holen." Horchendstand er auf; aber anstatt meine Bitte schleunig zu erfül-len, kam er zu mir hinter den Strauch, untersuchte mitseinen Luchsaugen meinen kläglichen Zustand, und fing anzu schreiben. „Gehn Sie zum Henker!" sprach ich entrü-stet und stieß ihn fort. Er ging, doch immer schreibend,und nach einigen Minuten brachte er mir meine Hülle,die für mich den Werth eines königlichen Purpurmantels hatte.
Ich trat nun aus meinem Versteck hervor. Der Wa-gen war indessen wieder auf die Beine gebracht worden.Die Gesellschaft stand um ihn her, als wünschte sie ihmGlück zu seiner Genesung. Ich nahte mich. MadameFerber kam mir entgegen. „Himmel, Sic bluten ja!"rief sie ängstlich aus. Ich hatte mir, ohne daß ich'swußte, eine Wunde in die Stirn gefallen. Die mitlei-dige Seele ward mein Arzt. Sie gab sogar ein schönesseidenes Tuch zu dem Verbände her. Ich küßte den Ala-baster ihrer Hand; unnennbares Entzücken durchströmtemich, und ich dankte jetzt dem Schicksal für die Wunde,die mir zu diesem Genuß verhalf.
Aber der Weiser an der Uhr bezeichnete mir schon diebittere Stunde der Trennung. Die Station Rchfcld lagVor unfern Augen, und dort mußte ich von der Königinmeines Herzens scheiden. Mein Anzug, von der Perückebis zu den Knicgürteln hinab, war in einer solchen Ver-wirrung, daß ich nicht weiter reisen ^ sich wäh-