Druckschrift 
5 (1847) Franz und Rosalie. Magister Zimpels Brautfahrt
Entstehung
Seite
182
Einzelbild herunterladen
 

-o^> 182 <To-

mit dem Passe!" Er sah ihn flüchtig durch, rümpftedie Nase und warf ihn verächtlich in die Schooskelle zu-rück. Hierauf wandte er sich zu Madame Ferber, undals er ans ihrem Munde gehört hatte, daß sic die Wittweeines Pfarrers sep, sagte der rohe Gesell:Nun, hatGott genommen, so nehme» Sie wieder! Da sitzt jagleich ei» anderer Schwarzrock, wenn er nicht etwa schonmit einem Schätzchen versorgt ist." Ich crschrack überdiese Unzartheit, als stieße man mir einen Dolch in's Herz.Der tölpische Heirathsstifter lachte überlaut und steigertenoch meine Angst, indem er meinen Paß zu sehen ver-langte. Zitternd reichte ich ihm die obrigkeitliche Schmäh-schrift. Er durchlas sie genau, verglich Zug für Zug dasvor ihm sitzende Original Mit der Copie und schnippteimmer dabei vor Vergnügen mit den Fingern. Als ervollends am Ende dee Anmerkung fand, daß ich von hin-ten stößig scy, da brach er in ein wildes Gelächter aus,ließ den Paß, den er mir zuschleudern wollte, aus derHand fallen und sprengte fort.

Dieser Mann ist wohl unter dem Hute nicht richtig!"stotterte ich, und rief durch ein enges Fenster, das sich anmeiner Seite befand, dem Postillion zu: er solle haltenund mir den Paß von der Erde aufheben. Er wälztesich vom Sattelgaul herunter, ließ aber die Pferde inkurzem Trabe fortgchen und lief zurück nach der Stelle,wo das verwünschte Papier lag. Ich legte mich, um zusehen, ob er es fände, zum Fenster hinaus. Husch! rißmir ein Baumast den Hut vom Kopfe, und indem ichdarüber auffchrie, entführte mir ein anderer die Perückeund schmückte sich selbst mit dem Raube. Ach! in diesemunseligen Augenblicke wünschte ich mir den Tod, weil nundas Geheimniß meiner Nothköpfigkeit vor Madame Ferber